Wo: Südlich von Alsahav, fernab der Wege
Wann: Wenige Tage nach dem großen Unwetter (vor dem Besuch der Nyame)
Wer: Daevah, Umar
Oron erwachte zu einem neuen Morgen, als Ignis und Aeris gemeinsam ein verträumtes Farbenspiel aus dunklen Blau- und Rottönen in den Wolkenteppich malten, der sich über einem kräftig gelben Horizont erhob. Noch hatten keine Sonnenstrahlen ihren Weg über die einsamen Hügel auf die Ebene gefunden, in dunklem Anthrazit zeichneten sich die Stadtmauern Alsahavs vor der Ferne ab. Die Kälte der Nacht wich aus den Gesteinen und knorrigen Sträuchern der oronischen Felswüste und ließ sich gemächlich mit den sanft heulenden Brisen tragen, die von den entlegenen Meeren im Osten einen salzigen Geschmack mitbrachten. Zart öffneten sich die neu entstandenen Knospen der Agaven und des Mauerpfeffers, während Heuschrecken und Sandfinken zu ihren elektrisch sirrenden Balzgesängen anstimmten. Die unnatürlichen Regenfälle hatten dem Lande einen opulenten Lebenssegen beschert. Seine menschlichen Bewohner jedoch litten nun schwer unter den Folgen und kämpften noch erbittert um ihr Überleben.
Der Erkundungstrupp hatte den Schutz der goldenen Stadt bereits seit einigen Stunden in seinem Rücken gelassen und blickte nun voran in eine unnachgiebige Weite aus Geröll, Sand und dunklen Vorahnungen. Vier berittene Soldaten, bewaffnet mit Bögen, Wurfspeeren und Scimitaren sicherten den Verband aus zehn Arbeitern und mehreren Lasteseln, die Baumaterial, Zelte und Proviant transportierten. An seiner Spitze, dicht nebeneinander, um über das Rauschen des Windes hinweg ein Gespräch führen zu können, ritten Daevah saba Meidir und Umar ay Elburum ibn Jenechet, beide den Blick in die Wüste gewandt.
Eine Brücke zum Süden
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Wo: Südlich von Alsahav, fernab der Wege
Wann: Wenige Tage nach dem großen Unwetter (vor dem Besuch der Nyame)
Wer: Daevah, Umar
Oron erwachte zu einem neuen Morgen, als Ignis und Aeris gemeinsam ein verträumtes Farbenspiel aus dunklen Blau- und Rottönen in den Wolkenteppich malten, der sich über einem kräftig gelben Horizont erhob. Noch hatten keine Sonnenstrahlen ihren Weg über die einsamen Hügel auf die Ebene gefunden, in dunklem Anthrazit zeichneten sich die Stadtmauern Alsahavs vor der Ferne ab. Die Kälte der Nacht wich aus den Gesteinen und knorrigen Sträuchern der oronischen Felswüste und ließ sich gemächlich mit den sanft heulenden Brisen tragen, die von den entlegenen Meeren im Osten einen salzigen Geschmack mitbrachten. Zart öffneten sich die neu entstandenen Knospen der Agaven und des Mauerpfeffers, während Heuschrecken und Sandfinken zu ihren elektrisch sirrenden Balzgesängen anstimmten. Die unnatürlichen Regenfälle hatten dem Lande einen opulenten Lebenssegen beschert. Seine menschlichen Bewohner jedoch litten nun schwer unter den Folgen und kämpften noch erbittert um ihr Überleben.
Der Erkundungstrupp hatte den Schutz der goldenen Stadt bereits seit einigen Stunden in seinem Rücken gelassen und blickte nun voran in eine unnachgiebige Weite aus Geröll, Sand und dunklen Vorahnungen. Vier berittene Soldaten, bewaffnet mit Bögen, Wurfspeeren und Scimitaren sicherten den Verband aus zehn Arbeitern und mehreren Lasteseln, die Baumaterial, Zelte und Proviant transportierten. An seiner Spitze, dicht nebeneinander, um über das Rauschen des Windes hinweg ein Gespräch führen zu können, ritten Daevah saba Meidir und Umar ay Elburum ibn Jenechet, beide den Blick in die Wüste gewandt. -
Wo: Südlich von Alsahav, fernab der Wege
Wann: Wenige Tage nach dem großen Unwetter (vor dem Besuch der Nyame)
Wer: Daevah, Umar
Oron erwachte zu einem neuen Morgen, als Ignis und Aeris gemeinsam ein verträumtes Farbenspiel aus dunklen Blau- und Rottönen in den Wolkenteppich malten, der sich über einem kräftig gelben Horizont erhob. Noch hatten keine Sonnenstrahlen ihren Weg über die einsamen Hügel auf die Ebene gefunden, in dunklem Anthrazit zeichneten sich die Stadtmauern Alsahavs vor der Ferne ab. Die Kälte der Nacht wich aus den Gesteinen und knorrigen Sträuchern der oronischen Felswüste und ließ sich gemächlich mit den sanft heulenden Brisen tragen, die von den entlegenen Meeren im Osten einen salzigen Geschmack mitbrachten. Zart öffneten sich die neu entstandenen Knospen der Agaven und des Mauerpfeffers, während Heuschrecken und Sandfinken zu ihren elektrisch sirrenden Balzgesängen anstimmten. Die unnatürlichen Regenfälle hatten dem Lande einen opulenten Lebenssegen beschert. Seine menschlichen Bewohner jedoch litten nun schwer unter den Folgen und kämpften noch erbittert um ihr Überleben.
Der Erkundungstrupp hatte den Schutz der goldenen Stadt bereits seit einigen Stunden in seinem Rücken gelassen und blickte nun voran in eine unnachgiebige Weite aus Geröll, Sand und dunklen Vorahnungen. Vier berittene Soldaten, bewaffnet mit Bögen, Wurfspeeren und Scimitaren sicherten den Verband aus zehn Arbeitern und mehreren Lasteseln, die Baumaterial, Zelte und Proviant transportierten. An seiner Spitze, dicht nebeneinander, um über das Rauschen des Windes hinweg ein Gespräch führen zu können, ritten Daevah saba Meidir und Umar ay Elburum ibn Jenechet, beide den Blick in die Wüste gewandt. -
Den Blick über die Weiten des Lehens ziehend, nagte Daevah an einem Stück gebackenen, süßen Teiges. Es entsprach nicht wirklich den oronischen Standards, jetzt wo die Zeiten des Hungers wenig Material für elaborierte Backwaren zuließ, aber sie genoß den frischen Happen, in einigen Tagen war alles was sie an Nahrung bekommen würden die trockenen Reiserationen und was auch immer sich mit etwas Glück mit Bogen und Falle in der Gegend erjagen ließ. Daevah schien halb abwesend, aber das war der aufmerksamen Suche nach Landmarken zu verschulden, nach denen sie sich richtete. Fast beiläufig nahm sie die Geräusche der erwachenden Wüste in sich auf und tat sie als friedlich ab. Nichts, was ihr ein flaues Gefühl im Magen beschehrte, aber es wäre so nahe an Alsahav eine wirkliche Überraschung gewesen.
Auch wenn es bald Hitze und den unangenehmen Geruch von trocknendem Moder mit sich bringen würde, war ihr der Sonnenaufgang sehr angenehm. Die goldene Scheibe hatte es gerade mal eine Handbreit über den Horizont geschafft und die Eindrücke des Morgens strahlten vor Ruhe und neu erwachendes Leben wider, ein Anblick von Potenzial das Daevah durchaus schätzte.
"Die nächsten ein bis ein einhalb Tage wird es recht schnell voran gehen, die wirklich spannende, zerklüftete Gegend beginnt erst nahe der Schlucht. Die wenigen übrigen Meilen werden uns dann vermutlich ein bis zwei Tage kosten." Mit einem klaren Himmel und unverhangener Sicht auf den Sonnenstand war es ihr noch trotz verschobener Wegesrouten ein leichtes die richtige Richtung gen Süden zu finden, aber das konnte sich schnell ändern wenn der nahezu ebene Grund reißzahnähnlichen Gesteinsbrocken wich.
Nach einem weiteren hinuntergeschluckten Bissen lächelte sie freundlich in Umars Richtung, die Zügel des Pferdes locker in der freien Hand während sie es mit den Schenkeln dirigierte. "Was erwartet ihr eigentlich alles dort zu finden? Edelsteine? Metalladern?" Ein leichtes Grinsen. "Noch mehr Sandstein? Zumindest Letzteres kann ich euch garantieren."
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Den Blick über die Weiten des Lehens ziehend, nagte Daevah an einem Stück gebackenen, süßen Teiges. Es entsprach nicht wirklich den oronischen Standards, jetzt wo die Zeiten des Hungers wenig Material für elaborierte Backwaren zuließ, aber sie genoß den frischen Happen, in einigen Tagen war alles was sie an Nahrung bekommen würden die trockenen Reiserationen und was auch immer sich mit etwas Glück mit Bogen und Falle in der Gegend erjagen ließ. Daevah schien halb abwesend, aber das war der aufmerksamen Suche nach Landmarken zu verschulden, nach denen sie sich richtete. Fast beiläufig nahm sie die Geräusche der erwachenden Wüste in sich auf und tat sie als friedlich ab. Nichts, was ihr ein flaues Gefühl im Magen beschehrte, aber es wäre so nahe an Alsahav eine wirkliche Überraschung gewesen.
Auch wenn es bald Hitze und den unangenehmen Geruch von trocknendem Moder mit sich bringen würde, war ihr der Sonnenaufgang sehr angenehm. Die goldene Scheibe hatte es gerade mal eine Handbreit über den Horizont geschafft und die Eindrücke des Morgens strahlten vor Ruhe und neu erwachendes Leben wider, ein Anblick von Potenzial das Daevah durchaus schätzte.
"Die nächsten ein bis ein einhalb Tage wird es recht schnell voran gehen, die wirklich spannende, zerklüftete Gegend beginnt erst nahe der Schlucht. Die wenigen übrigen Meilen werden uns dann vermutlich ein bis zwei Tage kosten." Mit einem klaren Himmel und unverhangener Sicht auf den Sonnenstand war es ihr noch trotz verschobener Wegesrouten ein leichtes die richtige Richtung gen Süden zu finden, aber das konnte sich schnell ändern wenn der nahezu ebene Grund reißzahnähnlichen Gesteinsbrocken wich.
Nach einem weiteren hinuntergeschluckten Bissen lächelte sie freundlich in Umars Richtung, die Zügel des Pferdes locker in der freien Hand während sie es mit den Schenkeln dirigierte. "Was erwartet ihr eigentlich alles dort zu finden? Edelsteine? Metalladern?" Ein leichtes Grinsen. "Noch mehr Sandstein? Zumindest Letzteres kann ich euch garantieren."
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Den Blick über die Weiten des Lehens ziehend, nagte Daevah an einem Stück gebackenen, süßen Teiges. Es entsprach nicht wirklich den oronischen Standards, jetzt wo die Zeiten des Hungers wenig Material für elaborierte Backwaren zuließ, aber sie genoß den frischen Happen, in einigen Tagen war alles was sie an Nahrung bekommen würden die trockenen Reiserationen und was auch immer sich mit etwas Glück mit Bogen und Falle in der Gegend erjagen ließ. Daevah schien halb abwesend, aber das war der aufmerksamen Suche nach Landmarken zu verschulden, nach denen sie sich richtete. Fast beiläufig nahm sie die Geräusche der erwachenden Wüste in sich auf und tat sie als friedlich ab. Nichts, was ihr ein flaues Gefühl im Magen beschehrte, aber es wäre so nahe an Alsahav eine wirkliche Überraschung gewesen.
Auch wenn es bald Hitze und den unangenehmen Geruch von trocknendem Moder mit sich bringen würde, war ihr der Sonnenaufgang sehr angenehm. Die goldene Scheibe hatte es gerade mal eine Handbreit über den Horizont geschafft und die Eindrücke des Morgens strahlten vor Ruhe und neu erwachendes Leben wider, ein Anblick von Potenzial das Daevah durchaus schätzte.
"Die nächsten ein bis ein einhalb Tage wird es recht schnell voran gehen, die wirklich spannende, zerklüftete Gegend beginnt erst nahe der Schlucht. Die wenigen übrigen Meilen werden uns dann vermutlich ein bis zwei Tage kosten." Mit einem klaren Himmel und unverhangener Sicht auf den Sonnenstand war es ihr noch trotz verschobener Wegesrouten ein leichtes die richtige Richtung gen Süden zu finden, aber das konnte sich schnell ändern wenn der nahezu ebene Grund reißzahnähnlichen Gesteinsbrocken wich.
Nach einem weiteren hinuntergeschluckten Bissen lächelte sie freundlich in Umars Richtung, die Zügel des Pferdes locker in der freien Hand während sie es mit den Schenkeln dirigierte. "Was erwartet ihr eigentlich alles dort zu finden? Edelsteine? Metalladern?" Ein leichtes Grinsen. "Noch mehr Sandstein? Zumindest Letzteres kann ich euch garantieren."
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Umar spannte die Beine fester an. Der starke Rappen unter seinen Zügeln ließ sich noch etwas ungelenk führen und schien verwirrt durch das ungewohnte Terrain und die sich bereits am Morgen leicht ankündigenden Verwesungsgerüche. Auch wenn das Tier seine Geschwindigkeit beständig nach den Wünschen seines Führers hielt, regte es doch häufig nervös den Kopf zur Seite, um den Blickkontakt mit seinen Artgenossen zu erhaschen. Seine schwarze Mähne zierten bereits einige Silberspäne, die im Trab aus dem Bart des Gelehrten gerieselt waren.
Umar lachte. "Bei ihrem Willen, von Sandstein haben wir tatsächlich genug. Ich möchte doch hoffen, dass bald der Häuserbau in Alsahav damit möglich sein wird. Der Tempel und die Garnison konnten vom Unwetter weitestgehend verschont werden." Er hielt einen Moment inne. "Von Erwartung kann leider keine Rede sein. Ich würde es lediglich ein ahnungsvolles Hoffen nennen. Es könnten Mineralien jeglicher Art sein, Metalle, Salze, Kristalle, Edelsteine... Möglicherweise auch einer dieser Terratunnel oder der Zugang zu unterirdischem Gewächs oder Getier. Dieser Kontinent verbirgt so einiges Sonderbares unter seiner schroffen Haut, dass in der Heimat gänzlich unbekannt ist.Etliches davon habe ich noch nie untersuchen können, doch manche Stoffe zeigten sich bereits in der Vermischung mit meinen Reagenzien hochpotent, andere wiederum eignen sich hervorragend als Substitute. Für den Handel wie die Wissenschaft Orons gleichermaßen könnte ein Fund nur von Nutzen sein."
Mit einem beiläufigen Blick hinter sich vergewisserte er sich des guten Vorankommens des mit seinen Testinstrumenten, Probenbehältern, Lösungen und Schriftrollen beladenen Esels. Ob es aus der Zeitnot des raschen Packens oder um der warnenden Worte Daevahs über die drohenden Strapazen willens geschehen war: Umar war durchaus stolz darauf, für die Expedition mit lediglich einem Lasttier ausgekommen zu sein, dass zudem nicht einmal so stark beladen war wie seine Kameraden (selbstverständlich, da noch Kapazitäten für den Rücktransport möglicher Fundstücke vonnöten waren). Er begutachtete die Tiere Ladung für Ladung: Seile und Bretter für den Brückenbau; Proviant und Wasser für die Reisenden; Getreide, Dörrfleisch und getrocknetes Obst oder Gemüse für die Nomaden im Süden; Zelte, Tücher, Flick- und Werkzeug für ihre Behausungen.
"Ich vermag nicht zu verstehen, warum diese Barbaren ein beschwerliches und gefährliches Leben in der Ödnis den Annehmlichkeiten unserer prächtigen Kultur im Schutze unserer göttlichen Herrin und der Stärke unseres Militärs vorziehen. Was haben sie davon?"
Er lockerte leicht die Zügel, da der Kopf des Gaules unter ihm steif gegen ein gedankenverlorenes Anziehen der Trense aufbegehrte. Fragend blickte er in die graugelbe Landschaft, als ob sie Auskunft auf seine Frage geben könnte. -
Umar spannte die Beine fester an. Der starke Rappen unter seinen Zügeln ließ sich noch etwas ungelenk führen und schien verwirrt durch das ungewohnte Terrain und die sich bereits am Morgen leicht ankündigenden Verwesungsgerüche. Auch wenn das Tier seine Geschwindigkeit beständig nach den Wünschen seines Führers hielt, regte es doch häufig nervös den Kopf zur Seite, um den Blickkontakt mit seinen Artgenossen zu erhaschen. Seine schwarze Mähne zierten bereits einige Silberspäne, die im Trab aus dem Bart des Gelehrten gerieselt waren.
Umar lachte. "Bei ihrem Willen, von Sandstein haben wir tatsächlich genug. Ich möchte doch hoffen, dass bald der Häuserbau in Alsahav damit möglich sein wird. Der Tempel und die Garnison konnten vom Unwetter weitestgehend verschont werden." Er hielt einen Moment inne. "Von Erwartung kann leider keine Rede sein. Ich würde es lediglich ein ahnungsvolles Hoffen nennen. Es könnten Mineralien jeglicher Art sein, Metalle, Salze, Kristalle, Edelsteine... Möglicherweise auch einer dieser Terratunnel oder der Zugang zu unterirdischem Gewächs oder Getier. Dieser Kontinent verbirgt so einiges Sonderbares unter seiner schroffen Haut, dass in der Heimat gänzlich unbekannt ist.Etliches davon habe ich noch nie untersuchen können, doch manche Stoffe zeigten sich bereits in der Vermischung mit meinen Reagenzien hochpotent, andere wiederum eignen sich hervorragend als Substitute. Für den Handel wie die Wissenschaft Orons gleichermaßen könnte ein Fund nur von Nutzen sein."
Mit einem beiläufigen Blick hinter sich vergewisserte er sich des guten Vorankommens des mit seinen Testinstrumenten, Probenbehältern, Lösungen und Schriftrollen beladenen Esels. Ob es aus der Zeitnot des raschen Packens oder um der warnenden Worte Daevahs über die drohenden Strapazen willens geschehen war: Umar war durchaus stolz darauf, für die Expedition mit lediglich einem Lasttier ausgekommen zu sein, dass zudem nicht einmal so stark beladen war wie seine Kameraden (selbstverständlich, da noch Kapazitäten für den Rücktransport möglicher Fundstücke vonnöten waren). Er begutachtete die Tiere Ladung für Ladung: Seile und Bretter für den Brückenbau; Proviant und Wasser für die Reisenden; Getreide, Dörrfleisch und getrocknetes Obst oder Gemüse für die Nomaden im Süden; Zelte, Tücher, Flick- und Werkzeug für ihre Behausungen.
"Ich vermag nicht zu verstehen, warum diese Barbaren ein beschwerliches und gefährliches Leben in der Ödnis den Annehmlichkeiten unserer prächtigen Kultur im Schutze unserer göttlichen Herrin und der Stärke unseres Militärs vorziehen. Was haben sie davon?"
Er lockerte leicht die Zügel, da der Kopf des Gaules unter ihm steif gegen ein gedankenverlorenes Anziehen der Trense aufbegehrte. Fragend blickte er in die graugelbe Landschaft, als ob sie Auskunft auf seine Frage geben könnte. -
Umar spannte die Beine fester an. Der starke Rappen unter seinen Zügeln ließ sich noch etwas ungelenk führen und schien verwirrt durch das ungewohnte Terrain und die sich bereits am Morgen leicht ankündigenden Verwesungsgerüche. Auch wenn das Tier seine Geschwindigkeit beständig nach den Wünschen seines Führers hielt, regte es doch häufig nervös den Kopf zur Seite, um den Blickkontakt mit seinen Artgenossen zu erhaschen. Seine schwarze Mähne zierten bereits einige Silberspäne, die im Trab aus dem Bart des Gelehrten gerieselt waren.
Umar lachte. "Bei ihrem Willen, von Sandstein haben wir tatsächlich genug. Ich möchte doch hoffen, dass bald der Häuserbau in Alsahav damit möglich sein wird. Der Tempel und die Garnison konnten vom Unwetter weitestgehend verschont werden." Er hielt einen Moment inne. "Von Erwartung kann leider keine Rede sein. Ich würde es lediglich ein ahnungsvolles Hoffen nennen. Es könnten Mineralien jeglicher Art sein, Metalle, Salze, Kristalle, Edelsteine... Möglicherweise auch einer dieser Terratunnel oder der Zugang zu unterirdischem Gewächs oder Getier. Dieser Kontinent verbirgt so einiges Sonderbares unter seiner schroffen Haut, dass in der Heimat gänzlich unbekannt ist.Etliches davon habe ich noch nie untersuchen können, doch manche Stoffe zeigten sich bereits in der Vermischung mit meinen Reagenzien hochpotent, andere wiederum eignen sich hervorragend als Substitute. Für den Handel wie die Wissenschaft Orons gleichermaßen könnte ein Fund nur von Nutzen sein."
Mit einem beiläufigen Blick hinter sich vergewisserte er sich des guten Vorankommens des mit seinen Testinstrumenten, Probenbehältern, Lösungen und Schriftrollen beladenen Esels. Ob es aus der Zeitnot des raschen Packens oder um der warnenden Worte Daevahs über die drohenden Strapazen willens geschehen war: Umar war durchaus stolz darauf, für die Expedition mit lediglich einem Lasttier ausgekommen zu sein, dass zudem nicht einmal so stark beladen war wie seine Kameraden (selbstverständlich, da noch Kapazitäten für den Rücktransport möglicher Fundstücke vonnöten waren). Er begutachtete die Tiere Ladung für Ladung: Seile und Bretter für den Brückenbau; Proviant und Wasser für die Reisenden; Getreide, Dörrfleisch und getrocknetes Obst oder Gemüse für die Nomaden im Süden; Zelte, Tücher, Flick- und Werkzeug für ihre Behausungen.
"Ich vermag nicht zu verstehen, warum diese Barbaren ein beschwerliches und gefährliches Leben in der Ödnis den Annehmlichkeiten unserer prächtigen Kultur im Schutze unserer göttlichen Herrin und der Stärke unseres Militärs vorziehen. Was haben sie davon?"
Er lockerte leicht die Zügel, da der Kopf des Gaules unter ihm steif gegen ein gedankenverlorenes Anziehen der Trense aufbegehrte. Fragend blickte er in die graugelbe Landschaft, als ob sie Auskunft auf seine Frage geben könnte. -
Daevah wischte die Hände gegeneinander um die letzten Krümel loszuwerden und betrachtete weiterhin das Farbenspiel der Wüste und des Himmels. Selbst wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf Umar richtete, schien sie mit einem Teil ihrer Selbst mit den Gedanken in der Gegend zu verharren, stets bereit auf Merkwürdigkeiten am Horizont zu achten. Aber momentan sah sie ihm nicht entgegen. "Es klingt, als würdet ihr noch nicht einmal den Boden des Fasses der Möglichkeiten sehen, was eure alchemistischen Forschungen angeht. Gut für euch," und es schwang kein Sarkasmus in dieser Aussage mit. "Wie ihr schon auf dem Feldzug gemerkt habt, konnte ich über die Jahre hinweg einen Zeh in diese Kunst tauchen," und fügte mit einem Schmunzeln hinzu, "auch wenn ich keinesfalls euer Level an Expertise erreicht habe oder könnte. Dennoch, ein kleiner Teil von mir, vielleicht meiner natürlichen Neugier verschuldet, hat nie aufgehört immer mal wieder das Interesse dort hin wandern zu lassen." Sie zuckte die Schultern. "Aber ich weiß wo meine Stärken sind und ich habe nicht einmal einen Fingerhut eures Erfindungsgeistes. Ich bin in dieser Hinsicht eher..." Daevah überlegte einen Moment und grinste ihn dann kurz breit an. "Pragmatisch? Pragmatisch passt recht gut, denke ich. Aber sagt, wie hat es euch zu dem alchimistischen Treiben verschlagen?"
Sie folgte seinem Blick zu den beladenen Tieren und wandte sich dann wieder dem Weg voraus zu. "Hm." Für eine kurze Weile schwieg sie, als würde sie sich seine Frage durch den Kopf gehen lassen, und hob dann eine Schulter in die Höhe als würde sie das Thema mental abstreifen. "Vielleicht Freiheiten. Vielleicht gleichzeitig weniger davon. Herden zu hüten ist ein simples, aber klar strukturiertes Leben und manche Menschen und Wesen sind vielleicht einfach nicht für die wechselnden Launen des Stadtlebens geeignet. Und solange sie den Namen der Herrin ehren und die Massen füttern... nun, sollen sie doch im Schlamm leben und die Einfachheit genießen."
Display Spoiler
Ich glaube es macht bei unseren Texten tatsächlich wirklich Sinn mal Sprache von Beschreibung abzugrenzen
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Daevah wischte die Hände gegeneinander um die letzten Krümel loszuwerden und betrachtete weiterhin das Farbenspiel der Wüste und des Himmels. Selbst wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf Umar richtete, schien sie mit einem Teil ihrer Selbst mit den Gedanken in der Gegend zu verharren, stets bereit auf Merkwürdigkeiten am Horizont zu achten. Aber momentan sah sie ihm nicht entgegen. "Es klingt, als würdet ihr noch nicht einmal den Boden des Fasses der Möglichkeiten sehen, was eure alchemistischen Forschungen angeht. Gut für euch," und es schwang kein Sarkasmus in dieser Aussage mit. "Wie ihr schon auf dem Feldzug gemerkt habt, konnte ich über die Jahre hinweg einen Zeh in diese Kunst tauchen," und fügte mit einem Schmunzeln hinzu, "auch wenn ich keinesfalls euer Level an Expertise erreicht habe oder könnte. Dennoch, ein kleiner Teil von mir, vielleicht meiner natürlichen Neugier verschuldet, hat nie aufgehört immer mal wieder das Interesse dort hin wandern zu lassen." Sie zuckte die Schultern. "Aber ich weiß wo meine Stärken sind und ich habe nicht einmal einen Fingerhut eures Erfindungsgeistes. Ich bin in dieser Hinsicht eher..." Daevah überlegte einen Moment und grinste ihn dann kurz breit an. "Pragmatisch? Pragmatisch passt recht gut, denke ich. Aber sagt, wie hat es euch zu dem alchimistischen Treiben verschlagen?"
Sie folgte seinem Blick zu den beladenen Tieren und wandte sich dann wieder dem Weg voraus zu. "Hm." Für eine kurze Weile schwieg sie, als würde sie sich seine Frage durch den Kopf gehen lassen, und hob dann eine Schulter in die Höhe als würde sie das Thema mental abstreifen. "Vielleicht Freiheiten. Vielleicht gleichzeitig weniger davon. Herden zu hüten ist ein simples, aber klar strukturiertes Leben und manche Menschen und Wesen sind vielleicht einfach nicht für die wechselnden Launen des Stadtlebens geeignet. Und solange sie den Namen der Herrin ehren und die Massen füttern... nun, sollen sie doch im Schlamm leben und die Einfachheit genießen."
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Ich glaube es macht bei unseren Texten tatsächlich wirklich Sinn mal Sprache von Beschreibung abzugrenzen
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Daevah wischte die Hände gegeneinander um die letzten Krümel loszuwerden und betrachtete weiterhin das Farbenspiel der Wüste und des Himmels. Selbst wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf Umar richtete, schien sie mit einem Teil ihrer Selbst mit den Gedanken in der Gegend zu verharren, stets bereit auf Merkwürdigkeiten am Horizont zu achten. Aber momentan sah sie ihm nicht entgegen. "Es klingt, als würdet ihr noch nicht einmal den Boden des Fasses der Möglichkeiten sehen, was eure alchemistischen Forschungen angeht. Gut für euch," und es schwang kein Sarkasmus in dieser Aussage mit. "Wie ihr schon auf dem Feldzug gemerkt habt, konnte ich über die Jahre hinweg einen Zeh in diese Kunst tauchen," und fügte mit einem Schmunzeln hinzu, "auch wenn ich keinesfalls euer Level an Expertise erreicht habe oder könnte. Dennoch, ein kleiner Teil von mir, vielleicht meiner natürlichen Neugier verschuldet, hat nie aufgehört immer mal wieder das Interesse dort hin wandern zu lassen." Sie zuckte die Schultern. "Aber ich weiß wo meine Stärken sind und ich habe nicht einmal einen Fingerhut eures Erfindungsgeistes. Ich bin in dieser Hinsicht eher..." Daevah überlegte einen Moment und grinste ihn dann kurz breit an. "Pragmatisch? Pragmatisch passt recht gut, denke ich. Aber sagt, wie hat es euch zu dem alchimistischen Treiben verschlagen?"
Sie folgte seinem Blick zu den beladenen Tieren und wandte sich dann wieder dem Weg voraus zu. "Hm." Für eine kurze Weile schwieg sie, als würde sie sich seine Frage durch den Kopf gehen lassen, und hob dann eine Schulter in die Höhe als würde sie das Thema mental abstreifen. "Vielleicht Freiheiten. Vielleicht gleichzeitig weniger davon. Herden zu hüten ist ein simples, aber klar strukturiertes Leben und manche Menschen und Wesen sind vielleicht einfach nicht für die wechselnden Launen des Stadtlebens geeignet. Und solange sie den Namen der Herrin ehren und die Massen füttern... nun, sollen sie doch im Schlamm leben und die Einfachheit genießen."
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Ich glaube es macht bei unseren Texten tatsächlich wirklich Sinn mal Sprache von Beschreibung abzugrenzen
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"...die Einfachheit genießen..." Daevahs letzte Worte hallten lange in ihm nach, sodass er sie selbst gedankenverloren wiederholen musste: "Die Einfachheit... genießen". Von allen komplexen Formeln und Naturphilosophien, denen er in den letzten Tagen auf der Suche nach dem Reinigungselixier für Alsahavs Wasserleitungen ausgesetzt war, entzog sich dieses Konzept doch am stärksten seiner Einsicht. So verstummte er eine Weile, um über die angebotene Hypothese nachzusinnieren, ihre Prämissen und Schlussfolgerungen zu erörtern und mögliche Fehlurteile oder Missverständnise seinerseits abzuprüfen. Fast einem Schmerzausdruck kam seine Mimik gleich, als er sich eingestehen musste, immer noch keinen Zugang zu dieser Perspektive finden zu können. Frustriert ließ er es vorerst auf sich beruhen, vermerkte sich den Vorfall jedoch als möglichen Anreiz, künftig einmal einen Kultur-Gelehrten oder eine Priesterin in Alsahav hierzu zu befragen.
Erst einige Augenblicke nach Daevah und den vorderen Gardisten bemerkte Umar ein kleines Rudel an hundeartigen Raubtieren in der Ferne, das entlang einiger safranroter Dornenbüsche und im Schutz des Nebels, der aus dem Felsboden aufstieg, trottete. Seiner Umhängetasche entnahm er ein Vergrößerungskristall, um das Schauspiel näher beobachten zu können. Die Tiere schienen andere Interessen als die Reisenden zu haben: Zwei von ihnen schliffen emsig einen blutigen Oberkörper, Überreste eines vermutlich einst sehr stolzen und großen Widders, hinter sich her, während die anderen beiden, deutlich jüngeren Tiere, im raufenden Spiel versuchten, mit kleinen Beißattacken einige Fetzen aus dem offenen Torso zu erhaschen. Neckend sprang einer der Welpen dem anderen ans Genick, um diesem ein Stück Fleisch abzugreifen.
***Yabman Pascha betrat den Raum, seine große und breite Statur füllte beinahe den gesamten Torbogen des kleinen Hinterhofharems aus, die Hörner seines Kopfschmuckes warfen bedrohliche Schatten auf die Gassen. Sein Schweißgestank brach wie ein Speer in die Harmonie aus betörenden Hagebutten- und Opiumdüften, verwirbelte jegliche eben noch weilende Freudentrunkenheit. Über ein Dutzend seiner Levthansjünger drängten sich hinter ihm durch den Eingang herein und starrten auf die leicht bekleideten Sklavinnen und Sklaven, die in gellender Panik über die Kissen oder die Spieltische stolpernd zu den Hinterräumen flüchteten. Einige der Soldaten folgten ihnen. Suleiman, der Besitzer des kleinen Etablissement, sah hilf- und reglos zu seinem Freund Umar, der sich nervös von seinem Hocker erhob. Yabman Pascha fasste sich mit beiden Händen an den Gürtel, an dem die Bullenpeitsche schaukelt. "Wirt!" Die tiefe, kehlig kratzende Stimme des Pashar Pasharim wurde von einem schleimverklebten Röcheln verzerrt. "Es heißt, du hast einen Trankmischer hier." Er würdigte Suleiman nicht einmal eines Blickes, sah suchend durch ihn hindruch. Dann hatten seine fahlbraunen Augen den Alchemisten ausgemacht, inspizierten ihn mit einem gründlichen Blick und suchten seinen Blick. Wie stumpfe Dolche bohrten sie sich in seinen Hinterkopf, doch der junge Gelehrte blickte neugierig zurück. Nach seiner gründlichen optischen Prüfung lachte der Ferkinahäuptling, dass es noch dunkel in dem Lehmgemäuer nachzuschwingen schien. "Du wirst mir noch von Nutzen sein."***
***Die Aufständischen waren schon zum Stadtteil Zhinbabil durchgebrochen, in dem nun heilloses Chaos herrschte. Besucher und Einwohner gleichermaßen flohen zu den Schiffen, Händler versuchten, ihr Hab und Gut zu retten, Plünderer zogen durch die Straßen. Aus seinem Versteck hinter einigen Rumfässern konnte Umar sogar erkennen, dass jemand ein Banner Araniens führte: Die goldene Katze mit gekrümmtem Buckel und Säbel auf türkisem Grund, gehalten von einer Sphinx. Erst die Truppen von Helme Haffax, nun die eigenen Bürger mit Hilfe des Schahs... Elburum war dem Untergang geweiht, Oron würde bald fallen. Gardisten der Satrapa versuchten, sich einen Weg zum Tempel freizukämpfen, wurden aber von Pfeilen, Speeren oder improvisierten Wurfgeschossen der Aufständischen arg in Bedrängnis geführt. Umar schob sich vorsichtig mit seinem Karren durch die enge Gasse zwischen zwei Badehäusern und blickte in Richtung des Hafens, wo der Fährmann auf ihn wartete. Er würde sein Vermögen und seine Forschungen nicht dem Pöbel überlassen, nicht nach den Jahren der Arbeit! Ein unwirklicher Schrei ließ ihn in seinem Lauf stoppen. Ein zunächst wutverzerrtes, dann schmerzerfülltes Blöken drang aus der Gasse vor ihm an ihn heran. Dann sah er schon den zweieinhalb Fuß großen Mannwidder, der, durchbohrt von einem halben Dutzend Speeren, zu Boden ging. Der Diener Levthans sprühte stockend seinen letzten Atem aus, dann fiel sein leeres Bocksgesicht zur Seite und starrte Umar mit leeren Augenhöhlen an. ***Die Bilder, die sich vor Umars Blick geschoben hatten, ließen wieder von ihm ab, mit einem Blinzeln und einem leichten Räuspern war er wieder in der Gegenwart. Sein sanftes Lächeln, dass er ihr mit einem höflichen Neigen des Kopfes entgegenbrachte, war durch diesen Zwischenfall nicht gebrochen worden. "Liebe Freundin, von der Vergangenheit zu erzählen ist wie eine Sammlung Schriftrollen einem Fass voller Honig zu entlocken. Häufig erscheint die Erinnerung süßer als sie war, manchmal ist auch die Tinte schon zur Unkenntlichkeit verwischt, manchmal ist es zäh, eines der Kleinode zu fassen zu bekommen. Für euch will ich gerne in den Honigtopf greifen, liebe Daevah... Sagt, habt ihr in Elburum einmal von meinem Großvater, Muammar Ibn Mustafar gehört?"
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"...die Einfachheit genießen..." Daevahs letzte Worte hallten lange in ihm nach, sodass er sie selbst gedankenverloren wiederholen musste: "Die Einfachheit... genießen". Von allen komplexen Formeln und Naturphilosophien, denen er in den letzten Tagen auf der Suche nach dem Reinigungselixier für Alsahavs Wasserleitungen ausgesetzt war, entzog sich dieses Konzept doch am stärksten seiner Einsicht. So verstummte er eine Weile, um über die angebotene Hypothese nachzusinnieren, ihre Prämissen und Schlussfolgerungen zu erörtern und mögliche Fehlurteile oder Missverständnise seinerseits abzuprüfen. Fast einem Schmerzausdruck kam seine Mimik gleich, als er sich eingestehen musste, immer noch keinen Zugang zu dieser Perspektive finden zu können. Frustriert ließ er es vorerst auf sich beruhen, vermerkte sich den Vorfall jedoch als möglichen Anreiz, künftig einmal einen Kultur-Gelehrten oder eine Priesterin in Alsahav hierzu zu befragen.
Erst einige Augenblicke nach Daevah und den vorderen Gardisten bemerkte Umar ein kleines Rudel an hundeartigen Raubtieren in der Ferne, das entlang einiger safranroter Dornenbüsche und im Schutz des Nebels, der aus dem Felsboden aufstieg, trottete. Seiner Umhängetasche entnahm er ein Vergrößerungskristall, um das Schauspiel näher beobachten zu können. Die Tiere schienen andere Interessen als die Reisenden zu haben: Zwei von ihnen schliffen emsig einen blutigen Oberkörper, Überreste eines vermutlich einst sehr stolzen und großen Widders, hinter sich her, während die anderen beiden, deutlich jüngeren Tiere, im raufenden Spiel versuchten, mit kleinen Beißattacken einige Fetzen aus dem offenen Torso zu erhaschen. Neckend sprang einer der Welpen dem anderen ans Genick, um diesem ein Stück Fleisch abzugreifen.
***Yabman Pascha betrat den Raum, seine große und breite Statur füllte beinahe den gesamten Torbogen des kleinen Hinterhofharems aus, die Hörner seines Kopfschmuckes warfen bedrohliche Schatten auf die Gassen. Sein Schweißgestank brach wie ein Speer in die Harmonie aus betörenden Hagebutten- und Opiumdüften, verwirbelte jegliche eben noch weilende Freudentrunkenheit. Über ein Dutzend seiner Levthansjünger drängten sich hinter ihm durch den Eingang herein und starrten auf die leicht bekleideten Sklavinnen und Sklaven, die in gellender Panik über die Kissen oder die Spieltische stolpernd zu den Hinterräumen flüchteten. Einige der Soldaten folgten ihnen. Suleiman, der Besitzer des kleinen Etablissement, sah hilf- und reglos zu seinem Freund Umar, der sich nervös von seinem Hocker erhob. Yabman Pascha fasste sich mit beiden Händen an den Gürtel, an dem die Bullenpeitsche schaukelt. "Wirt!" Die tiefe, kehlig kratzende Stimme des Pashar Pasharim wurde von einem schleimverklebten Röcheln verzerrt. "Es heißt, du hast einen Trankmischer hier." Er würdigte Suleiman nicht einmal eines Blickes, sah suchend durch ihn hindruch. Dann hatten seine fahlbraunen Augen den Alchemisten ausgemacht, inspizierten ihn mit einem gründlichen Blick und suchten seinen Blick. Wie stumpfe Dolche bohrten sie sich in seinen Hinterkopf, doch der junge Gelehrte blickte neugierig zurück. Nach seiner gründlichen optischen Prüfung lachte der Ferkinahäuptling, dass es noch dunkel in dem Lehmgemäuer nachzuschwingen schien. "Du wirst mir noch von Nutzen sein."***
***Die Aufständischen waren schon zum Stadtteil Zhinbabil durchgebrochen, in dem nun heilloses Chaos herrschte. Besucher und Einwohner gleichermaßen flohen zu den Schiffen, Händler versuchten, ihr Hab und Gut zu retten, Plünderer zogen durch die Straßen. Aus seinem Versteck hinter einigen Rumfässern konnte Umar sogar erkennen, dass jemand ein Banner Araniens führte: Die goldene Katze mit gekrümmtem Buckel und Säbel auf türkisem Grund, gehalten von einer Sphinx. Erst die Truppen von Helme Haffax, nun die eigenen Bürger mit Hilfe des Schahs... Elburum war dem Untergang geweiht, Oron würde bald fallen. Gardisten der Satrapa versuchten, sich einen Weg zum Tempel freizukämpfen, wurden aber von Pfeilen, Speeren oder improvisierten Wurfgeschossen der Aufständischen arg in Bedrängnis geführt. Umar schob sich vorsichtig mit seinem Karren durch die enge Gasse zwischen zwei Badehäusern und blickte in Richtung des Hafens, wo der Fährmann auf ihn wartete. Er würde sein Vermögen und seine Forschungen nicht dem Pöbel überlassen, nicht nach den Jahren der Arbeit! Ein unwirklicher Schrei ließ ihn in seinem Lauf stoppen. Ein zunächst wutverzerrtes, dann schmerzerfülltes Blöken drang aus der Gasse vor ihm an ihn heran. Dann sah er schon den zweieinhalb Fuß großen Mannwidder, der, durchbohrt von einem halben Dutzend Speeren, zu Boden ging. Der Diener Levthans sprühte stockend seinen letzten Atem aus, dann fiel sein leeres Bocksgesicht zur Seite und starrte Umar mit leeren Augenhöhlen an. ***Die Bilder, die sich vor Umars Blick geschoben hatten, ließen wieder von ihm ab, mit einem Blinzeln und einem leichten Räuspern war er wieder in der Gegenwart. Sein sanftes Lächeln, dass er ihr mit einem höflichen Neigen des Kopfes entgegenbrachte, war durch diesen Zwischenfall nicht gebrochen worden. "Liebe Freundin, von der Vergangenheit zu erzählen ist wie eine Sammlung Schriftrollen einem Fass voller Honig zu entlocken. Häufig erscheint die Erinnerung süßer als sie war, manchmal ist auch die Tinte schon zur Unkenntlichkeit verwischt, manchmal ist es zäh, eines der Kleinode zu fassen zu bekommen. Für euch will ich gerne in den Honigtopf greifen, liebe Daevah... Sagt, habt ihr in Elburum einmal von meinem Großvater, Muammar Ibn Mustafar gehört?"
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"...die Einfachheit genießen..." Daevahs letzte Worte hallten lange in ihm nach, sodass er sie selbst gedankenverloren wiederholen musste: "Die Einfachheit... genießen". Von allen komplexen Formeln und Naturphilosophien, denen er in den letzten Tagen auf der Suche nach dem Reinigungselixier für Alsahavs Wasserleitungen ausgesetzt war, entzog sich dieses Konzept doch am stärksten seiner Einsicht. So verstummte er eine Weile, um über die angebotene Hypothese nachzusinnieren, ihre Prämissen und Schlussfolgerungen zu erörtern und mögliche Fehlurteile oder Missverständnise seinerseits abzuprüfen. Fast einem Schmerzausdruck kam seine Mimik gleich, als er sich eingestehen musste, immer noch keinen Zugang zu dieser Perspektive finden zu können. Frustriert ließ er es vorerst auf sich beruhen, vermerkte sich den Vorfall jedoch als möglichen Anreiz, künftig einmal einen Kultur-Gelehrten oder eine Priesterin in Alsahav hierzu zu befragen.
Erst einige Augenblicke nach Daevah und den vorderen Gardisten bemerkte Umar ein kleines Rudel an hundeartigen Raubtieren in der Ferne, das entlang einiger safranroter Dornenbüsche und im Schutz des Nebels, der aus dem Felsboden aufstieg, trottete. Seiner Umhängetasche entnahm er ein Vergrößerungskristall, um das Schauspiel näher beobachten zu können. Die Tiere schienen andere Interessen als die Reisenden zu haben: Zwei von ihnen schliffen emsig einen blutigen Oberkörper, Überreste eines vermutlich einst sehr stolzen und großen Widders, hinter sich her, während die anderen beiden, deutlich jüngeren Tiere, im raufenden Spiel versuchten, mit kleinen Beißattacken einige Fetzen aus dem offenen Torso zu erhaschen. Neckend sprang einer der Welpen dem anderen ans Genick, um diesem ein Stück Fleisch abzugreifen.
***Yabman Pascha betrat den Raum, seine große und breite Statur füllte beinahe den gesamten Torbogen des kleinen Hinterhofharems aus, die Hörner seines Kopfschmuckes warfen bedrohliche Schatten auf die Gassen. Sein Schweißgestank brach wie ein Speer in die Harmonie aus betörenden Hagebutten- und Opiumdüften, verwirbelte jegliche eben noch weilende Freudentrunkenheit. Über ein Dutzend seiner Levthansjünger drängten sich hinter ihm durch den Eingang herein und starrten auf die leicht bekleideten Sklavinnen und Sklaven, die in gellender Panik über die Kissen oder die Spieltische stolpernd zu den Hinterräumen flüchteten. Einige der Soldaten folgten ihnen. Suleiman, der Besitzer des kleinen Etablissement, sah hilf- und reglos zu seinem Freund Umar, der sich nervös von seinem Hocker erhob. Yabman Pascha fasste sich mit beiden Händen an den Gürtel, an dem die Bullenpeitsche schaukelt. "Wirt!" Die tiefe, kehlig kratzende Stimme des Pashar Pasharim wurde von einem schleimverklebten Röcheln verzerrt. "Es heißt, du hast einen Trankmischer hier." Er würdigte Suleiman nicht einmal eines Blickes, sah suchend durch ihn hindruch. Dann hatten seine fahlbraunen Augen den Alchemisten ausgemacht, inspizierten ihn mit einem gründlichen Blick und suchten seinen Blick. Wie stumpfe Dolche bohrten sie sich in seinen Hinterkopf, doch der junge Gelehrte blickte neugierig zurück. Nach seiner gründlichen optischen Prüfung lachte der Ferkinahäuptling, dass es noch dunkel in dem Lehmgemäuer nachzuschwingen schien. "Du wirst mir noch von Nutzen sein."***
***Die Aufständischen waren schon zum Stadtteil Zhinbabil durchgebrochen, in dem nun heilloses Chaos herrschte. Besucher und Einwohner gleichermaßen flohen zu den Schiffen, Händler versuchten, ihr Hab und Gut zu retten, Plünderer zogen durch die Straßen. Aus seinem Versteck hinter einigen Rumfässern konnte Umar sogar erkennen, dass jemand ein Banner Araniens führte: Die goldene Katze mit gekrümmtem Buckel und Säbel auf türkisem Grund, gehalten von einer Sphinx. Erst die Truppen von Helme Haffax, nun die eigenen Bürger mit Hilfe des Schahs... Elburum war dem Untergang geweiht, Oron würde bald fallen. Gardisten der Satrapa versuchten, sich einen Weg zum Tempel freizukämpfen, wurden aber von Pfeilen, Speeren oder improvisierten Wurfgeschossen der Aufständischen arg in Bedrängnis geführt. Umar schob sich vorsichtig mit seinem Karren durch die enge Gasse zwischen zwei Badehäusern und blickte in Richtung des Hafens, wo der Fährmann auf ihn wartete. Er würde sein Vermögen und seine Forschungen nicht dem Pöbel überlassen, nicht nach den Jahren der Arbeit! Ein unwirklicher Schrei ließ ihn in seinem Lauf stoppen. Ein zunächst wutverzerrtes, dann schmerzerfülltes Blöken drang aus der Gasse vor ihm an ihn heran. Dann sah er schon den zweieinhalb Fuß großen Mannwidder, der, durchbohrt von einem halben Dutzend Speeren, zu Boden ging. Der Diener Levthans sprühte stockend seinen letzten Atem aus, dann fiel sein leeres Bocksgesicht zur Seite und starrte Umar mit leeren Augenhöhlen an. ***Die Bilder, die sich vor Umars Blick geschoben hatten, ließen wieder von ihm ab, mit einem Blinzeln und einem leichten Räuspern war er wieder in der Gegenwart. Sein sanftes Lächeln, dass er ihr mit einem höflichen Neigen des Kopfes entgegenbrachte, war durch diesen Zwischenfall nicht gebrochen worden. "Liebe Freundin, von der Vergangenheit zu erzählen ist wie eine Sammlung Schriftrollen einem Fass voller Honig zu entlocken. Häufig erscheint die Erinnerung süßer als sie war, manchmal ist auch die Tinte schon zur Unkenntlichkeit verwischt, manchmal ist es zäh, eines der Kleinode zu fassen zu bekommen. Für euch will ich gerne in den Honigtopf greifen, liebe Daevah... Sagt, habt ihr in Elburum einmal von meinem Großvater, Muammar Ibn Mustafar gehört?"
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Daevah kam nicht umhin mit einigem Amüsement seine wechselnden Gesichtsausdrücke zu beobachten, nachdem er ihre Worte wiederholte. Als hätte sie ihm ein schier unlösbares Rätsel gestellt! Nicht wenige Oroni der oberen Riegen hatten Schwierigkeiten die Vorzüge des einfachen Lebens zu verstehen, und auch wenn Daevah kein Verlangen nach einem solchen hatte, so konnte sie doch ein gewisses Verständnis für Menschen dieser Art aufbringen. Sie war in ihrer Jugend zu oft und zu lange gereist und war mit genug unterschiedlichen Völkern und Lebensweisen in Kontakt gekommen, dass sie dieser Fremdheit nicht länger ungläubig gegenüberstand - sie wäre ein schlechter Händler gewesen, hätte sie sich nicht zu gewissen Teilen in ihr Gegenüber hineinzuversetzen vermögen. Aber diese Lebensweise teilen... nein, Daevah war in all dem Prunk, dem Überfluss und der Dekadenz sehr wohl Zuhause, auch wenn es einen Teil ihrer Selbst dank ihrer Erziehung und Natur immer wieder auf die offene Straße zog. Ein Gegensatz, über den sie selten nachdachte.
Als sie aus dem Augenwinkel Bewegung wahrnahm, griff sie ihren Bogen und stützte ein Ende in den Steigbügel, dann spannte sie die Sehne in einer geübten Bewegung und hatte in der selben Bewegung einen Pfeil in der Hand. Auf ihre Bewegung hin reagierten auch die anderen Soldaten einen Moment nur später, aber bevor sie sich für einen möglichen Angriff gerüstet hatten, entspannten sich Daevahs Schultern schon wieder. Die ruckartigen Bewegungen und die Geräusche, die über die windstille, nebelverhangene Ebene nur träge zu ihnen herüberwallten, waren ihr bekannt. Nur ein Rudel Hunde, dass wild und tollend an seiner Beute nagte. Daevah ließ Bogen und Pfeil locker in einer Hand ruhen und teilte dem hinteren Tross mit einer Handbewegung mit, dass sie sich entspannen mögen, entschied sich aber ein Auge auf die Raubtiere zu halten. Der Geruch von frischem Blut in diesen Zeiten mochte weit mehr als nur das Rudel anlocken.
"Ich dachte immer, Honig konserviert ganz hervorragend," antwortete sie mit einem spitzfinden Lächeln um die Mundwinkel, auch wenn sie Umar nicht direkt ansah. Sie hoffte, er möge ihr die wiederkehrende Unhöflichkeit auf dieser Reise verzeihen. "Sprecht, wenn ihr wünscht, ich will euch nicht zwingen euch die Finger schmutzig zu machen, aber ich bin immer interessiert was die Menschen im Kern antreibt. Und ich denke auch ihr habt sicher einen äußerst spannenden Grund, warum ihr euch mit gefährlichen Substanzen und Gerüchen umgebt, bis ihr ihnen ihr Geheimnis entlockt habt." Sanft streckte sie die Finger aus, die um die lockere Sehne gelegt waren, einen Daumen langsam über das gefederte Ende streichend. Die andere Hand hielt fest und unbeweglich das Holzteil. "Ich war nie lang in Elburum und kenne wenige der Namen und Gesichter, daher... leider nein. Warum?"
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Daevah kam nicht umhin mit einigem Amüsement seine wechselnden Gesichtsausdrücke zu beobachten, nachdem er ihre Worte wiederholte. Als hätte sie ihm ein schier unlösbares Rätsel gestellt! Nicht wenige Oroni der oberen Riegen hatten Schwierigkeiten die Vorzüge des einfachen Lebens zu verstehen, und auch wenn Daevah kein Verlangen nach einem solchen hatte, so konnte sie doch ein gewisses Verständnis für Menschen dieser Art aufbringen. Sie war in ihrer Jugend zu oft und zu lange gereist und war mit genug unterschiedlichen Völkern und Lebensweisen in Kontakt gekommen, dass sie dieser Fremdheit nicht länger ungläubig gegenüberstand - sie wäre ein schlechter Händler gewesen, hätte sie sich nicht zu gewissen Teilen in ihr Gegenüber hineinzuversetzen vermögen. Aber diese Lebensweise teilen... nein, Daevah war in all dem Prunk, dem Überfluss und der Dekadenz sehr wohl Zuhause, auch wenn es einen Teil ihrer Selbst dank ihrer Erziehung und Natur immer wieder auf die offene Straße zog. Ein Gegensatz, über den sie selten nachdachte.
Als sie aus dem Augenwinkel Bewegung wahrnahm, griff sie ihren Bogen und stützte ein Ende in den Steigbügel, dann spannte sie die Sehne in einer geübten Bewegung und hatte in der selben Bewegung einen Pfeil in der Hand. Auf ihre Bewegung hin reagierten auch die anderen Soldaten einen Moment nur später, aber bevor sie sich für einen möglichen Angriff gerüstet hatten, entspannten sich Daevahs Schultern schon wieder. Die ruckartigen Bewegungen und die Geräusche, die über die windstille, nebelverhangene Ebene nur träge zu ihnen herüberwallten, waren ihr bekannt. Nur ein Rudel Hunde, dass wild und tollend an seiner Beute nagte. Daevah ließ Bogen und Pfeil locker in einer Hand ruhen und teilte dem hinteren Tross mit einer Handbewegung mit, dass sie sich entspannen mögen, entschied sich aber ein Auge auf die Raubtiere zu halten. Der Geruch von frischem Blut in diesen Zeiten mochte weit mehr als nur das Rudel anlocken.
"Ich dachte immer, Honig konserviert ganz hervorragend," antwortete sie mit einem spitzfinden Lächeln um die Mundwinkel, auch wenn sie Umar nicht direkt ansah. Sie hoffte, er möge ihr die wiederkehrende Unhöflichkeit auf dieser Reise verzeihen. "Sprecht, wenn ihr wünscht, ich will euch nicht zwingen euch die Finger schmutzig zu machen, aber ich bin immer interessiert was die Menschen im Kern antreibt. Und ich denke auch ihr habt sicher einen äußerst spannenden Grund, warum ihr euch mit gefährlichen Substanzen und Gerüchen umgebt, bis ihr ihnen ihr Geheimnis entlockt habt." Sanft streckte sie die Finger aus, die um die lockere Sehne gelegt waren, einen Daumen langsam über das gefederte Ende streichend. Die andere Hand hielt fest und unbeweglich das Holzteil. "Ich war nie lang in Elburum und kenne wenige der Namen und Gesichter, daher... leider nein. Warum?"
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Daevah kam nicht umhin mit einigem Amüsement seine wechselnden Gesichtsausdrücke zu beobachten, nachdem er ihre Worte wiederholte. Als hätte sie ihm ein schier unlösbares Rätsel gestellt! Nicht wenige Oroni der oberen Riegen hatten Schwierigkeiten die Vorzüge des einfachen Lebens zu verstehen, und auch wenn Daevah kein Verlangen nach einem solchen hatte, so konnte sie doch ein gewisses Verständnis für Menschen dieser Art aufbringen. Sie war in ihrer Jugend zu oft und zu lange gereist und war mit genug unterschiedlichen Völkern und Lebensweisen in Kontakt gekommen, dass sie dieser Fremdheit nicht länger ungläubig gegenüberstand - sie wäre ein schlechter Händler gewesen, hätte sie sich nicht zu gewissen Teilen in ihr Gegenüber hineinzuversetzen vermögen. Aber diese Lebensweise teilen... nein, Daevah war in all dem Prunk, dem Überfluss und der Dekadenz sehr wohl Zuhause, auch wenn es einen Teil ihrer Selbst dank ihrer Erziehung und Natur immer wieder auf die offene Straße zog. Ein Gegensatz, über den sie selten nachdachte.
Als sie aus dem Augenwinkel Bewegung wahrnahm, griff sie ihren Bogen und stützte ein Ende in den Steigbügel, dann spannte sie die Sehne in einer geübten Bewegung und hatte in der selben Bewegung einen Pfeil in der Hand. Auf ihre Bewegung hin reagierten auch die anderen Soldaten einen Moment nur später, aber bevor sie sich für einen möglichen Angriff gerüstet hatten, entspannten sich Daevahs Schultern schon wieder. Die ruckartigen Bewegungen und die Geräusche, die über die windstille, nebelverhangene Ebene nur träge zu ihnen herüberwallten, waren ihr bekannt. Nur ein Rudel Hunde, dass wild und tollend an seiner Beute nagte. Daevah ließ Bogen und Pfeil locker in einer Hand ruhen und teilte dem hinteren Tross mit einer Handbewegung mit, dass sie sich entspannen mögen, entschied sich aber ein Auge auf die Raubtiere zu halten. Der Geruch von frischem Blut in diesen Zeiten mochte weit mehr als nur das Rudel anlocken.
"Ich dachte immer, Honig konserviert ganz hervorragend," antwortete sie mit einem spitzfinden Lächeln um die Mundwinkel, auch wenn sie Umar nicht direkt ansah. Sie hoffte, er möge ihr die wiederkehrende Unhöflichkeit auf dieser Reise verzeihen. "Sprecht, wenn ihr wünscht, ich will euch nicht zwingen euch die Finger schmutzig zu machen, aber ich bin immer interessiert was die Menschen im Kern antreibt. Und ich denke auch ihr habt sicher einen äußerst spannenden Grund, warum ihr euch mit gefährlichen Substanzen und Gerüchen umgebt, bis ihr ihnen ihr Geheimnis entlockt habt." Sanft streckte sie die Finger aus, die um die lockere Sehne gelegt waren, einen Daumen langsam über das gefederte Ende streichend. Die andere Hand hielt fest und unbeweglich das Holzteil. "Ich war nie lang in Elburum und kenne wenige der Namen und Gesichter, daher... leider nein. Warum?"
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Er erwiderte ihren Witz mit einem lauten, herzhaften Lachen, dass in ein breites Schmunzeln überging. "Fürwahr, das tut er ganz vortrefflich!" Daevahs geistreiches Bonmot hatte ihn wieder vollkommen in die Gegenwart katapultiert. Welch besonderes Geschenk ihm die Göttin mit dieser Reise doch vermacht hatte!: Er konnte sich nicht nur der steten Begleitung von aufgeregter Hoffnung auf eine lukrative Entdeckung gewiss sein, sondern würde für die Unternehmung zudem mit einem wachen, amüsanten, blitzgescheiten und vielfach talentierten Geist an seiner Seite gesegnet sein. Vorfreude über viele gute Gespräche machte sich breit und ein zufriedenes Lächeln stempelte sich für etliche Augenblicke auf das Gesicht des Oronis.
Er hatte sich bereits gewappnet, eine ausführliche Beschreibung seiner Herkunft zum Besten zu geben, als ihr Einwand, Elburum nur spärlich zu kennen, ihn jäh aufhorchen ließ. Behäbig richtete er sich ihr mit dem ganzen Oberkörper zu, versuchte, ihren Blick zu treffen. "Oh verzeiht! Wir haben bisher noch nie darüber gesprochen, nicht wahr? Wenn ihr nicht in der Hauptstadt geboren wurdet, werte Daevah Saba Meidir, woher stammt ihr denn dann?" -
Er erwiderte ihren Witz mit einem lauten, herzhaften Lachen, dass in ein breites Schmunzeln überging. "Fürwahr, das tut er ganz vortrefflich!" Daevahs geistreiches Bonmot hatte ihn wieder vollkommen in die Gegenwart katapultiert. Welch besonderes Geschenk ihm die Göttin mit dieser Reise doch vermacht hatte!: Er konnte sich nicht nur der steten Begleitung von aufgeregter Hoffnung auf eine lukrative Entdeckung gewiss sein, sondern würde für die Unternehmung zudem mit einem wachen, amüsanten, blitzgescheiten und vielfach talentierten Geist an seiner Seite gesegnet sein. Vorfreude über viele gute Gespräche machte sich breit und ein zufriedenes Lächeln stempelte sich für etliche Augenblicke auf das Gesicht des Oronis.
Er hatte sich bereits gewappnet, eine ausführliche Beschreibung seiner Herkunft zum Besten zu geben, als ihr Einwand, Elburum nur spärlich zu kennen, ihn jäh aufhorchen ließ. Behäbig richtete er sich ihr mit dem ganzen Oberkörper zu, versuchte, ihren Blick zu treffen. "Oh verzeiht! Wir haben bisher noch nie darüber gesprochen, nicht wahr? Wenn ihr nicht in der Hauptstadt geboren wurdet, werte Daevah Saba Meidir, woher stammt ihr denn dann?" -
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