Die Stadt Drachenbrück war in Aufruhr, ebenso wie das Örtchen Amseldorf. Die Miliz versammelte sich, manche in roten Gewändern, andere mit dem am Leib, was sie eben hatten. Bunt auch die Bewaffnung, von Langbögen und Armbrüsten, über Spieße verschiedenster Länge, bis hin zu alten Schwertern und Äxten.
Mochte die Erscheinung wenig schlagkräftig wirken, so sah man in den Gesichtern dennoch eine grimmige Entschlossenheit, auch wenn es unter den Männern und Frauen rumorte. Zum zweiten Mal einberufen in kurzer Zeit ... jetzt wo das Frühjahr begann und man auf dem Fluss und den Feldern unterwegs sein musste, von früh bis spät?
Doch die Befehle waren klar: die Stadtmiliz von Drachenbrück, besser gerüstet und gekleidet als ihre Vettern vom Land, zählte wohl an die 200 Köpfe. Die Hälfte davon hatte die Mauern der Stadt zu bemannen und die Wacht zu halten. Der Rest sollte ausrücken und in drei Gruppen eingeteilt, einen Patroulliendienst entlang der Nordgrenze verrichten, bis hinauf zum Smaragdturm.
Die wesentlich kleinere Gruppe aus Amseldorf sollte sich sammeln und einen halben Tagesmarsch von der Nordgrenze entfernt zwischen dem Smaragdturm und Drachenbrück eine Verteidigungsstellung beziehen. Im Notfall, würden sie dorthin marschieren, wo sie am dringendsten gebraucht würden.
So waren die Befehle des Markgrafen, bevor er die Verteidigung des Lehens in die Hände des Waffenmeisters Maron von Brendenloh legte und mit einer kleinen Schar Gefolgsleute von dannen zog, in der Gewissheit, dass der Norden nicht schutzlos zurückblieb.