Posts by Umar al Haniqis

    Er sah Shelo mit leuchtenden Augen an. "Oh ja, das würde ich sehr gerne erleben. Vieles ist leichter außerhalb der Stadt." In seinem Blick schien ein Funken Wehmut zu sitzen.

    Die Serpentinen wurden enger, die Pferde mussten hintereinander reiten. Umars Wallach versuchte, einen sicheren Tritt auf dem gelbgrauen Geröllpfad zu fassen, den die Bauern hier schon vor Jahren angelegt hatten. Schweiß ronn dem Pferd in die Augenwinkel und vermischte sich mit den umhersurrenden Insekten zu einer beißenden Irritation, die den schweren Aufstieg über die losen Steine zusätzlich erschwerte.

    "Es sind anspruchsvollere Pflanzen als es scheint." antwortete Umar zu Miray. In seinen Worten klang Mitgefühl und Mitwissen: Auch er schien schon Niederschläge mit den Früchten erlitten zu haben. "Ich werde dir Thion verstellen, er kümmert sich bei den Plantagen um alles. Ich selbst... Meine Welt sind Steine." Als er sich zu ihr umdrehte, strahlte ihr ein sarkastisches Grinsen entgegen.

    Die Herbstsonne schien nicht besonders kräftig, zumindest für oronische Verhältnisse. Doch der Kalkstein, der gelegentlich in faustgroßen Kieseln an der Gruppe vorbeipolterte, strahlte auch jetzt noch Ignis' gespeicherte Wärme mit einer Kraft ab, dass es die Heuschrecken und Mauereidechsen noch nicht davon abgebracht hatte, die Anhöhe in einen komplexen Rhythmus aus Sirren und Rascheln zu tauchen. Umar nahm den verlangsamten Gang seines Pferdes zur Gelegenheit, die Momente durch kontemplative Achtsamkeit zu veredeln: Kurz schloss er die Augen. Ein tiefer, leicht zittriger Zug durch Nase und Mund ließ ihn sandig trockenen, leicht hölzernen Ackerboden kosten, Thymian und Hagebutte lagen in schwachen Noten dazwischen.

    "Man würde kaum meinen, dass der Sommer uns bisher überwiegend Regen beschert hat." Umar schnaubte lakonisch und sah hinter sich, über die steile Anhöhe hinweg: Der Mutterstrom war breit geworden und hatte die Grasfläche zwischen Kirnweiler und Ährenhöh in ein sumpfiges Marschland verwandelt. Auch im flussabwärts gelegenen Quellbach nutzte man mittlerweile nur noch die hölzernen Stege, um von einem zum anderen Ort zu kommen. "Wären die Gorasier hier noch federführend, hätten sie nach dem Kataklysmus vermutlich mehr Reisanbau eingeführt." lachte er.

    Er sah Shelo mit leuchtenden Augen an. "Oh ja, das würde ich sehr gerne erleben. Vieles ist leichter außerhalb der Stadt." In seinem Blick schien ein Funken Wehmut zu sitzen.

    Die Serpentinen wurden enger, die Pferde mussten hintereinander reiten. Umars Wallach versuchte, einen sicheren Tritt auf dem gelbgrauen Geröllpfad zu fassen, den die Bauern hier schon vor Jahren angelegt hatten. Schweiß ronn dem Pferd in die Augenwinkel und vermischte sich mit den umhersurrenden Insekten zu einer beißenden Irritation, die den schweren Aufstieg über die losen Steine zusätzlich erschwerte.

    "Es sind anspruchsvollere Pflanzen als es scheint." antwortete Umar zu Miray. In seinen Worten klang Mitgefühl und Mitwissen: Auch er schien schon Niederschläge mit den Früchten erlitten zu haben. "Ich werde dir Thion verstellen, er kümmert sich bei den Plantagen um alles. Ich selbst... Meine Welt sind Steine." Als er sich zu ihr umdrehte, strahlte ihr ein sarkastisches Grinsen entgegen.

    Die Herbstsonne schien nicht besonders kräftig, zumindest für oronische Verhältnisse. Doch der Kalkstein, der gelegentlich in faustgroßen Kieseln an der Gruppe vorbeipolterte, strahlte auch jetzt noch Ignis' gespeicherte Wärme mit einer Kraft ab, dass es die Heuschrecken und Mauereidechsen noch nicht davon abgebracht hatte, die Anhöhe in einen komplexen Rhythmus aus Sirren und Rascheln zu tauchen. Umar nahm den verlangsamten Gang seines Pferdes zur Gelegenheit, die Momente durch kontemplative Achtsamkeit zu veredeln: Kurz schloss er die Augen. Ein tiefer, leicht zittriger Zug durch Nase und Mund ließ ihn sandig trockenen, leicht hölzernen Ackerboden kosten, Thymian und Hagebutte lagen in schwachen Noten dazwischen.

    "Man würde kaum meinen, dass der Sommer uns bisher überwiegend Regen beschert hat." Umar schnaubte lakonisch und sah hinter sich, über die steile Anhöhe hinweg: Der Mutterstrom war breit geworden und hatte die Grasfläche zwischen Kirnweiler und Ährenhöh in ein sumpfiges Marschland verwandelt. Auch im flussabwärts gelegenen Quellbach nutzte man mittlerweile nur noch die hölzernen Stege, um von einem zum anderen Ort zu kommen. "Wären die Gorasier hier noch federführend, hätten sie nach dem Kataklysmus vermutlich mehr Reisanbau eingeführt." lachte er.

    Er sah Shelo mit leuchtenden Augen an. "Oh ja, das würde ich sehr gerne erleben. Vieles ist leichter außerhalb der Stadt." In seinem Blick schien ein Funken Wehmut zu sitzen.

    Die Serpentinen wurden enger, die Pferde mussten hintereinander reiten. Umars Wallach versuchte, einen sicheren Tritt auf dem gelbgrauen Geröllpfad zu fassen, den die Bauern hier schon vor Jahren angelegt hatten. Schweiß ronn dem Pferd in die Augenwinkel und vermischte sich mit den umhersurrenden Insekten zu einer beißenden Irritation, die den schweren Aufstieg über die losen Steine zusätzlich erschwerte.

    "Es sind anspruchsvollere Pflanzen als es scheint." antwortete Umar zu Miray. In seinen Worten klang Mitgefühl und Mitwissen: Auch er schien schon Niederschläge mit den Früchten erlitten zu haben. "Ich werde dir Thion verstellen, er kümmert sich bei den Plantagen um alles. Ich selbst... Meine Welt sind Steine." Als er sich zu ihr umdrehte, strahlte ihr ein sarkastisches Grinsen entgegen.

    Die Herbstsonne schien nicht besonders kräftig, zumindest für oronische Verhältnisse. Doch der Kalkstein, der gelegentlich in faustgroßen Kieseln an der Gruppe vorbeipolterte, strahlte auch jetzt noch Ignis' gespeicherte Wärme mit einer Kraft ab, dass es die Heuschrecken und Mauereidechsen noch nicht davon abgebracht hatte, die Anhöhe in einen komplexen Rhythmus aus Sirren und Rascheln zu tauchen. Umar nahm den verlangsamten Gang seines Pferdes zur Gelegenheit, die Momente durch kontemplative Achtsamkeit zu veredeln: Kurz schloss er die Augen. Ein tiefer, leicht zittriger Zug durch Nase und Mund ließ ihn sandig trockenen, leicht hölzernen Ackerboden kosten, Thymian und Hagebutte lagen in schwachen Noten dazwischen.

    "Man würde kaum meinen, dass der Sommer uns bisher überwiegend Regen beschert hat." Umar schnaubte lakonisch und sah hinter sich, über die steile Anhöhe hinweg: Der Mutterstrom war breit geworden und hatte die Grasfläche zwischen Kirnweiler und Ährenhöh in ein sumpfiges Marschland verwandelt. Auch im flussabwärts gelegenen Quellbach nutzte man mittlerweile nur noch die hölzernen Stege, um von einem zum anderen Ort zu kommen. "Wären die Gorasier hier noch federführend, hätten sie nach dem Kataklysmus vermutlich mehr Reisanbau eingeführt." lachte er.

    Da die beiden dankend ablehnten, zog die Gruppe weiter.

    Bald stieg ihnen ein süß bissiger Duft in die Nasen: Mit dem Anstieg der Höhe nahm auch die Anzahl der Weinfelder immer weiter zu, bis die Gemeinschaft durch nichts anderes mehr zu reiten schienen. Rechts und links von ihnen erstreckten sich die terassenförmigen Felder der begehrten Reben und sonnten sich in der warmen Südlage: Tiefroter Jerganer Tempranillo, sanfter Drachenweißer (importiert aus Punin), feinwürziger Llanka Narince, opulenter Sonnenshiraz, feinherber As'shan-Riesling.

    Viele Weinstöcke (die meisten wirkten noch überaus jung) standen bereits abgeerntet in den Hängen, wenn auch nicht völlig von Früchten befreit: Es war Brauch, für die Eine und Einzige stets einige Reben übrig zu lassen, erklärte Umar den Gästen. Einige dieser Trauben waren bereits überreif geworden und hingen nun aufgeplatzt vergärend an den Stämmen. In die erdig mineralische Luft mischte sich so ein intensiver Geruch, der Süße, Säure und Fäule zugleich in sich trug. Wespen und andere Insekten wurden von diesem Duft angelockt und labten sich an den Früchten, wurden dadurch aber wiederum willkommenes Futter für einige Sing- und Rabenvögel, die aufgeregt flatternd durch die Baumreihen jagten. Einige hundert Schritt entfernt grenzte ein prächtiges Gutshaus an die Felder an.

    "Die van Dunkelstein-Felder" kommentierte Umar etwas schmallippig. "Die Familie besitzt viele gute Lagen hier..." Er strich sich nachdenklich über den Schnurrbart und nahm einen langen Schluck aus seiner Trinkblase. "Meine liegen weiter den Hang hinauf." Er wies auf einen eng mäandernden Serpentinenweg, der den steilen Hang vor ihnen hinauf führte.

    Da die beiden dankend ablehnten, zog die Gruppe weiter.

    Bald stieg ihnen ein süß bissiger Duft in die Nasen: Mit dem Anstieg der Höhe nahm auch die Anzahl der Weinfelder immer weiter zu, bis die Gemeinschaft durch nichts anderes mehr zu reiten schienen. Rechts und links von ihnen erstreckten sich die terassenförmigen Felder der begehrten Reben und sonnten sich in der warmen Südlage: Tiefroter Jerganer Tempranillo, sanfter Drachenweißer (importiert aus Punin), feinwürziger Llanka Narince, opulenter Sonnenshiraz, feinherber As'shan-Riesling.

    Viele Weinstöcke (die meisten wirkten noch überaus jung) standen bereits abgeerntet in den Hängen, wenn auch nicht völlig von Früchten befreit: Es war Brauch, für die Eine und Einzige stets einige Reben übrig zu lassen, erklärte Umar den Gästen. Einige dieser Trauben waren bereits überreif geworden und hingen nun aufgeplatzt vergärend an den Stämmen. In die erdig mineralische Luft mischte sich so ein intensiver Geruch, der Süße, Säure und Fäule zugleich in sich trug. Wespen und andere Insekten wurden von diesem Duft angelockt und labten sich an den Früchten, wurden dadurch aber wiederum willkommenes Futter für einige Sing- und Rabenvögel, die aufgeregt flatternd durch die Baumreihen jagten. Einige hundert Schritt entfernt grenzte ein prächtiges Gutshaus an die Felder an.

    "Die van Dunkelstein-Felder" kommentierte Umar etwas schmallippig. "Die Familie besitzt viele gute Lagen hier..." Er strich sich nachdenklich über den Schnurrbart und nahm einen langen Schluck aus seiner Trinkblase. "Meine liegen weiter den Hang hinauf." Er wies auf einen eng mäandernden Serpentinenweg, der den steilen Hang vor ihnen hinauf führte.

    Da die beiden dankend ablehnten, zog die Gruppe weiter.

    Bald stieg ihnen ein süß bissiger Duft in die Nasen: Mit dem Anstieg der Höhe nahm auch die Anzahl der Weinfelder immer weiter zu, bis die Gemeinschaft durch nichts anderes mehr zu reiten schienen. Rechts und links von ihnen erstreckten sich die terassenförmigen Felder der begehrten Reben und sonnten sich in der warmen Südlage: Tiefroter Jerganer Tempranillo, sanfter Drachenweißer (importiert aus Punin), feinwürziger Llanka Narince, opulenter Sonnenshiraz, feinherber As'shan-Riesling.

    Viele Weinstöcke (die meisten wirkten noch überaus jung) standen bereits abgeerntet in den Hängen, wenn auch nicht völlig von Früchten befreit: Es war Brauch, für die Eine und Einzige stets einige Reben übrig zu lassen, erklärte Umar den Gästen. Einige dieser Trauben waren bereits überreif geworden und hingen nun aufgeplatzt vergärend an den Stämmen. In die erdig mineralische Luft mischte sich so ein intensiver Geruch, der Süße, Säure und Fäule zugleich in sich trug. Wespen und andere Insekten wurden von diesem Duft angelockt und labten sich an den Früchten, wurden dadurch aber wiederum willkommenes Futter für einige Sing- und Rabenvögel, die aufgeregt flatternd durch die Baumreihen jagten. Einige hundert Schritt entfernt grenzte ein prächtiges Gutshaus an die Felder an.

    "Die van Dunkelstein-Felder" kommentierte Umar etwas schmallippig. "Die Familie besitzt viele gute Lagen hier..." Er strich sich nachdenklich über den Schnurrbart und nahm einen langen Schluck aus seiner Trinkblase. "Meine liegen weiter den Hang hinauf." Er wies auf einen eng mäandernden Serpentinenweg, der den steilen Hang vor ihnen hinauf führte.

    Einige Tage später, im Umland der Stadt

    Die Stadtmauer war bereits zu kleinen Strichen am Horizont geworden, die Gruppe schon eine ganze Weile unterwegs. Sie hatten den breiten Ostweg in Richtung der Innach verlassen und ritten nun auf etwas gewundeneren Pfaden nordwärts. Das flache Gelände um sie herum stieg rasch an und wurde hügeliger, wodurch sich jedoch auch mehr Weitblick bot. Hier und da verdeckte mal eine Pappel oder ein Walnussbaum die Sicht, oft hatten sie aber einen direkten Ausblick auf die Felder, die in der weiten Talaue um die Stadt herum (im Schoße zwischen Topazhöhen und Al'Zul Dschebel-Gebirge) angelegt worden waren. Die offene Fläche war wegen der Erntezeit zahlreich bevölkert: Bauern und Tagelöhner pflückten Oliven und Pistazien von den Bäumen, droschen die Hirse, verluden Honigmelonen und Kürbisse auf ihre Karren. Gesänge und müdes Grillenzirpen lagen auf der satten Mittagsluft.

    Hier am Fuß der Berge endeten die großen Felder und wichen kleineren buschigen Ebenen mit zerklüfteten Weideflächen, auf denen Ziegen- und Eselshirten ihre Herden bewachten. Daneben fanden sich auch schon die ersten kleinen bis mittelgroßen Weinstöcke, die die Bürger mühsam der Gerölllandschaft abgerungen hatten. Weiter bergauf konnte man mehr davon erspähen. Wie Trophäen hatten die Bauern die aufgesammelten Felsen zu hüfthohen Feldumrandungen aufgetürmt, was zumindest psychologisch die Weidetiere davon abzuhalten schien, sich an den Früchten zu bedienen.

    Sie näherten sich einer Wagenburg aus zusammengestellten Karren, an denen zwei alte Frauen mit dem Verlesen der Trauben beschäftigt waren. Sie grüßten freundlich und umso überschwänglicher, als sie erkannten, welchen Titeln sie gerade begegneten. Die anderen Arbeiter schienen einige hundert Schritt entfernt zu arbeiten und sie noch nicht bemerkt zu haben..

    "Sollen wir eine Pause einlegen? Oder weiter voran?" rief Umar zu seinen Gästen. Die Pferde schienen noch Kraft zu haben, immerhin waren sie erst seit den Morgenstunden unterwegs.

    Einige Tage später, im Umland der Stadt

    Die Stadtmauer war bereits zu kleinen Strichen am Horizont geworden, die Gruppe schon eine ganze Weile unterwegs. Sie hatten den breiten Ostweg in Richtung der Innach verlassen und ritten nun auf etwas gewundeneren Pfaden nordwärts. Das flache Gelände um sie herum stieg rasch an und wurde hügeliger, wodurch sich jedoch auch mehr Weitblick bot. Hier und da verdeckte mal eine Pappel oder ein Walnussbaum die Sicht, oft hatten sie aber einen direkten Ausblick auf die Felder, die in der weiten Talaue um die Stadt herum (im Schoße zwischen Topazhöhen und Al'Zul Dschebel-Gebirge) angelegt worden waren. Die offene Fläche war wegen der Erntezeit zahlreich bevölkert: Bauern und Tagelöhner pflückten Oliven und Pistazien von den Bäumen, droschen die Hirse, verluden Honigmelonen und Kürbisse auf ihre Karren. Gesänge und müdes Grillenzirpen lagen auf der satten Mittagsluft.

    Hier am Fuß der Berge endeten die großen Felder und wichen kleineren buschigen Ebenen mit zerklüfteten Weideflächen, auf denen Ziegen- und Eselshirten ihre Herden bewachten. Daneben fanden sich auch schon die ersten kleinen bis mittelgroßen Weinstöcke, die die Bürger mühsam der Gerölllandschaft abgerungen hatten. Weiter bergauf konnte man mehr davon erspähen. Wie Trophäen hatten die Bauern die aufgesammelten Felsen zu hüfthohen Feldumrandungen aufgetürmt, was zumindest psychologisch die Weidetiere davon abzuhalten schien, sich an den Früchten zu bedienen.

    Sie näherten sich einer Wagenburg aus zusammengestellten Karren, an denen zwei alte Frauen mit dem Verlesen der Trauben beschäftigt waren. Sie grüßten freundlich und umso überschwänglicher, als sie erkannten, welchen Titeln sie gerade begegneten. Die anderen Arbeiter schienen einige hundert Schritt entfernt zu arbeiten und sie noch nicht bemerkt zu haben..

    "Sollen wir eine Pause einlegen? Oder weiter voran?" rief Umar zu seinen Gästen. Die Pferde schienen noch Kraft zu haben, immerhin waren sie erst seit den Morgenstunden unterwegs.

    Einige Tage später, im Umland der Stadt

    Die Stadtmauer war bereits zu kleinen Strichen am Horizont geworden, die Gruppe schon eine ganze Weile unterwegs. Sie hatten den breiten Ostweg in Richtung der Innach verlassen und ritten nun auf etwas gewundeneren Pfaden nordwärts. Das flache Gelände um sie herum stieg rasch an und wurde hügeliger, wodurch sich jedoch auch mehr Weitblick bot. Hier und da verdeckte mal eine Pappel oder ein Walnussbaum die Sicht, oft hatten sie aber einen direkten Ausblick auf die Felder, die in der weiten Talaue um die Stadt herum (im Schoße zwischen Topazhöhen und Al'Zul Dschebel-Gebirge) angelegt worden waren. Die offene Fläche war wegen der Erntezeit zahlreich bevölkert: Bauern und Tagelöhner pflückten Oliven und Pistazien von den Bäumen, droschen die Hirse, verluden Honigmelonen und Kürbisse auf ihre Karren. Gesänge und müdes Grillenzirpen lagen auf der satten Mittagsluft.

    Hier am Fuß der Berge endeten die großen Felder und wichen kleineren buschigen Ebenen mit zerklüfteten Weideflächen, auf denen Ziegen- und Eselshirten ihre Herden bewachten. Daneben fanden sich auch schon die ersten kleinen bis mittelgroßen Weinstöcke, die die Bürger mühsam der Gerölllandschaft abgerungen hatten. Weiter bergauf konnte man mehr davon erspähen. Wie Trophäen hatten die Bauern die aufgesammelten Felsen zu hüfthohen Feldumrandungen aufgetürmt, was zumindest psychologisch die Weidetiere davon abzuhalten schien, sich an den Früchten zu bedienen.

    Sie näherten sich einer Wagenburg aus zusammengestellten Karren, an denen zwei alte Frauen mit dem Verlesen der Trauben beschäftigt waren. Sie grüßten freundlich und umso überschwänglicher, als sie erkannten, welchen Titeln sie gerade begegneten. Die anderen Arbeiter schienen einige hundert Schritt entfernt zu arbeiten und sie noch nicht bemerkt zu haben..

    "Sollen wir eine Pause einlegen? Oder weiter voran?" rief Umar zu seinen Gästen. Die Pferde schienen noch Kraft zu haben, immerhin waren sie erst seit den Morgenstunden unterwegs.

    ---Einige Stunden später, in einer Gästevilla in der Nordstadt---

    Die Tafel war opulent gedeckt, wie zu erwarten gewesen war: Frischer Fattoush und gefüllte Weinblätter, würziges Shakshuka mit Gänseeiern, Gebackene Auberginen in einer Kruste aus Kichererbsen und Pinienkernen, in Zwiebeln karamelisierte Aale (frisch aus dem Mutterstrom) auf einem Bett aus Safranreis, gefüllte Kibbeh vom Lamm, gegrillte Leber mit Kräutern, ein deftiger Okra-Zitroneneintopf und scharf marinierte Fleischspieße, dazu allerlei süße, scharfe oder herzhafte Saucen, frittierte Teigwaren, Schafs- und Ziegenkäsevariationen, Oliven, Nüsse, eingelegtes Gemüse, luftiges Fladenbrot sowie frisches und gedörrtes Obst. Selbst für oronische Verhältnisse war das Mahl ausufernd.

    "Lasst Platz für die Nachspeisen." feixte Umar. Er hatte den Diener in einem unaufmerksamen Moment überrascht und dabei kurzerhand eine der Weinkaraffen selbst in die Hand genommen, um seinen Gästen einzuschenken. In seinem Gesicht stand neben einigen leichten Blessuren auch -nach langer Zeit wieder- Ausgelassenheit, Erleichterung und Freude.

    "Ich hoffe, ihr seid gut untergekommen? Sind alle Zimmer zu eurer Zufriedenheit?"

    Ein mahnender Seitenblick zu Moustafha verriet, dass Umar das noch nicht komplett verräumte Gepäck bei den Ställen bereits entdeckt hatte. Statt ihn jedoch vor den Anderen zu tadeln blickte er lieber neugierig und freundschaftlich zu Curovan. "Auch außerhalb? Fehlt es an etwas? Wenn ja: Meldet es bitte."

    Das Gästehaus

    Die Lage: Das Haus liegt in der Nordstadt von Goldhafen, relativ nah an der Stadtmauer. Das Stadtviertel ist noch sehr jung, viele Gebäude entstanden erst während des Asche-Exils vor 5 Jahren, daher dominiert hier die oronische Architektur. Vom Gästehaus aus sind die neue Goldhafener Hochschule und das Ratsgebäude sehr rasch zu erreichen, auch zum Markt und zur Stadtgarnison hat man es nicht weit (Einlass bei Letzterem nur mit Sondergenehmigung!). Verlässt man die Stadt durch das nahe liegende Nord- oder Osttor, findet man sich schnell auf den weiten, gut bewirtschafteten Feldern zu Füßen der Topazhöhen wieder.

    [Blocked Image: https://i.ibb.co/cCBTBRN/G-stehaus-1.jpg]

    Die Ausstattung: Das Haus verfügt über 14 geräumige Gästezimmer. Diese verteilen sich auf das erste und zweite Stockwerk, sind vollumfassend möbliert und bieten Zugang zu überdachten Balkonen, von denen man einen hübschen Brunnenplatz überblickt. Im Erdgeschoss befinden sich der Speisesaal, die Küche, ein Teesalon und ein Musizierzimmer sowie eine kleine Therme mit einem Gemeinschafts- und Einzelbadbereich. Wein und Lebensmittel werden in den Kellerräumen gelagert. Auch die Bediensteten sind hier untergebracht oder schlafen in Wohnungen der näheren Umgebung. Das oberste Stockwerk bietet schließlich Zugang zu einem Ruhe- und Gebetsraum sowie einer kleinen Hausbibliothek mit Studierbereich.

    Als alle Gläser gefüllt waren, erhob sich der Statthalter und reckte seinen Kelch empor. "Auf euer Wohlsein! Auf die Freundschaft! Und auf guten Urlaub!" Er lachte und trank.

    Während er sich einige Feigen und Röstkastanien auf seinen Teller legte, gierte sein Blick schon wieder wissenshungrig in die Gesichter seiner Gäste: "Ach es ist schön, dass ihr hier seid. Wie ist die Lage in Loravinde? Wie geht es Mallo, Lambert und Aximand?"

    ---Einige Stunden später, in einer Gästevilla in der Nordstadt---

    Die Tafel war opulent gedeckt, wie zu erwarten gewesen war: Frischer Fattoush und gefüllte Weinblätter, würziges Shakshuka mit Gänseeiern, Gebackene Auberginen in einer Kruste aus Kichererbsen und Pinienkernen, in Zwiebeln karamelisierte Aale (frisch aus dem Mutterstrom) auf einem Bett aus Safranreis, gefüllte Kibbeh vom Lamm, gegrillte Leber mit Kräutern, ein deftiger Okra-Zitroneneintopf und scharf marinierte Fleischspieße, dazu allerlei süße, scharfe oder herzhafte Saucen, frittierte Teigwaren, Schafs- und Ziegenkäsevariationen, Oliven, Nüsse, eingelegtes Gemüse, luftiges Fladenbrot sowie frisches und gedörrtes Obst. Selbst für oronische Verhältnisse war das Mahl ausufernd.

    "Lasst Platz für die Nachspeisen." feixte Umar. Er hatte den Diener in einem unaufmerksamen Moment überrascht und dabei kurzerhand eine der Weinkaraffen selbst in die Hand genommen, um seinen Gästen einzuschenken. In seinem Gesicht stand neben einigen leichten Blessuren auch -nach langer Zeit wieder- Ausgelassenheit, Erleichterung und Freude.

    "Ich hoffe, ihr seid gut untergekommen? Sind alle Zimmer zu eurer Zufriedenheit?"

    Ein mahnender Seitenblick zu Moustafha verriet, dass Umar das noch nicht komplett verräumte Gepäck bei den Ställen bereits entdeckt hatte. Statt ihn jedoch vor den Anderen zu tadeln blickte er lieber neugierig und freundschaftlich zu Curovan. "Auch außerhalb? Fehlt es an etwas? Wenn ja: Meldet es bitte."

    Das Gästehaus

    Die Lage: Das Haus liegt in der Nordstadt von Goldhafen, relativ nah an der Stadtmauer. Das Stadtviertel ist noch sehr jung, viele Gebäude entstanden erst während des Asche-Exils vor 5 Jahren, daher dominiert hier die oronische Architektur. Vom Gästehaus aus sind die neue Goldhafener Hochschule und das Ratsgebäude sehr rasch zu erreichen, auch zum Markt und zur Stadtgarnison hat man es nicht weit (Einlass bei Letzterem nur mit Sondergenehmigung!). Verlässt man die Stadt durch das nahe liegende Nord- oder Osttor, findet man sich schnell auf den weiten, gut bewirtschafteten Feldern zu Füßen der Topazhöhen wieder.

    [Blocked Image: https://i.ibb.co/cCBTBRN/G-stehaus-1.jpg]

    Die Ausstattung: Das Haus verfügt über 14 geräumige Gästezimmer. Diese verteilen sich auf das erste und zweite Stockwerk, sind vollumfassend möbliert und bieten Zugang zu überdachten Balkonen, von denen man einen hübschen Brunnenplatz überblickt. Im Erdgeschoss befinden sich der Speisesaal, die Küche, ein Teesalon und ein Musizierzimmer sowie eine kleine Therme mit einem Gemeinschafts- und Einzelbadbereich. Wein und Lebensmittel werden in den Kellerräumen gelagert. Auch die Bediensteten sind hier untergebracht oder schlafen in Wohnungen der näheren Umgebung. Das oberste Stockwerk bietet schließlich Zugang zu einem Ruhe- und Gebetsraum sowie einer kleinen Hausbibliothek mit Studierbereich.

    Als alle Gläser gefüllt waren, erhob sich der Statthalter und reckte seinen Kelch empor. "Auf euer Wohlsein! Auf die Freundschaft! Und auf guten Urlaub!" Er lachte und trank.

    Während er sich einige Feigen und Röstkastanien auf seinen Teller legte, gierte sein Blick schon wieder wissenshungrig in die Gesichter seiner Gäste: "Ach es ist schön, dass ihr hier seid. Wie ist die Lage in Loravinde? Wie geht es Mallo, Lambert und Aximand?"

    ---Einige Stunden später, in einer Gästevilla in der Nordstadt---

    Die Tafel war opulent gedeckt, wie zu erwarten gewesen war: Frischer Fattoush und gefüllte Weinblätter, würziges Shakshuka mit Gänseeiern, Gebackene Auberginen in einer Kruste aus Kichererbsen und Pinienkernen, in Zwiebeln karamelisierte Aale (frisch aus dem Mutterstrom) auf einem Bett aus Safranreis, gefüllte Kibbeh vom Lamm, gegrillte Leber mit Kräutern, ein deftiger Okra-Zitroneneintopf und scharf marinierte Fleischspieße, dazu allerlei süße, scharfe oder herzhafte Saucen, frittierte Teigwaren, Schafs- und Ziegenkäsevariationen, Oliven, Nüsse, eingelegtes Gemüse, luftiges Fladenbrot sowie frisches und gedörrtes Obst. Selbst für oronische Verhältnisse war das Mahl ausufernd.

    "Lasst Platz für die Nachspeisen." feixte Umar. Er hatte den Diener in einem unaufmerksamen Moment überrascht und dabei kurzerhand eine der Weinkaraffen selbst in die Hand genommen, um seinen Gästen einzuschenken. In seinem Gesicht stand neben einigen leichten Blessuren auch -nach langer Zeit wieder- Ausgelassenheit, Erleichterung und Freude.

    "Ich hoffe, ihr seid gut untergekommen? Sind alle Zimmer zu eurer Zufriedenheit?"

    Ein mahnender Seitenblick zu Moustafha verriet, dass Umar das noch nicht komplett verräumte Gepäck bei den Ställen bereits entdeckt hatte. Statt ihn jedoch vor den Anderen zu tadeln blickte er lieber neugierig und freundschaftlich zu Curovan. "Auch außerhalb? Fehlt es an etwas? Wenn ja: Meldet es bitte."

    Das Gästehaus

    Die Lage: Das Haus liegt in der Nordstadt von Goldhafen, relativ nah an der Stadtmauer. Das Stadtviertel ist noch sehr jung, viele Gebäude entstanden erst während des Asche-Exils vor 5 Jahren, daher dominiert hier die oronische Architektur. Vom Gästehaus aus sind die neue Goldhafener Hochschule und das Ratsgebäude sehr rasch zu erreichen, auch zum Markt und zur Stadtgarnison hat man es nicht weit (Einlass bei Letzterem nur mit Sondergenehmigung!). Verlässt man die Stadt durch das nahe liegende Nord- oder Osttor, findet man sich schnell auf den weiten, gut bewirtschafteten Feldern zu Füßen der Topazhöhen wieder.

    [Blocked Image: https://i.ibb.co/cCBTBRN/G-stehaus-1.jpg]

    Die Ausstattung: Das Haus verfügt über 14 geräumige Gästezimmer. Diese verteilen sich auf das erste und zweite Stockwerk, sind vollumfassend möbliert und bieten Zugang zu überdachten Balkonen, von denen man einen hübschen Brunnenplatz überblickt. Im Erdgeschoss befinden sich der Speisesaal, die Küche, ein Teesalon und ein Musizierzimmer sowie eine kleine Therme mit einem Gemeinschafts- und Einzelbadbereich. Wein und Lebensmittel werden in den Kellerräumen gelagert. Auch die Bediensteten sind hier untergebracht oder schlafen in Wohnungen der näheren Umgebung. Das oberste Stockwerk bietet schließlich Zugang zu einem Ruhe- und Gebetsraum sowie einer kleinen Hausbibliothek mit Studierbereich.

    Als alle Gläser gefüllt waren, erhob sich der Statthalter und reckte seinen Kelch empor. "Auf euer Wohlsein! Auf die Freundschaft! Und auf guten Urlaub!" Er lachte und trank.

    Während er sich einige Feigen und Röstkastanien auf seinen Teller legte, gierte sein Blick schon wieder wissenshungrig in die Gesichter seiner Gäste: "Ach es ist schön, dass ihr hier seid. Wie ist die Lage in Loravinde? Wie geht es Mallo, Lambert und Aximand?"

    Umar nahm das Dokument dankend entgegen und überflog eilig den darin enthaltenen Text. "Shokran. [tulamid. = "Dankeschön"]. Ich bin zuversichtlich, dass es unserem schönen Haus an nichts mangeln wird, um auch über seine Funktion hinaus Bekanntheit zu erlangen. Was man von der alten Einrichtung nicht mehr verwenden kann, wird ersetzt werden. Der Austausch mit dem Garnisonslazarett sollte hierbei fruchtbar für dich sein, sie sind aktuell gut ausgestattet. Ich gehe sowieso davon aus, dass die beiden Häuser zukünftig in regelmäßigem Austausch stehen werden, zum Wohle der Stadt. Sprich dazu mit Belima saba Rohal in der Garnison, sie vertritt mich in allen militärischen Fragen."

    Der Gelehrte ließ sich kurz durch ein Geräusch ablenken, dass von der nebenan liegenden Straße ins Haus gedrungen war: Eine Gruppe fliegender Händler, die sich spontan vor einer Herberge aufgebaut hatten, diskutierte aufgeregt mit der Stadtpatrouille, die die Männer ihres Platzes verweisen wollte. Nach längerem, durch mal wilde, mal charmante Gesten befeuerten Gespräch beendete ein entschlossener Griff der Gardisten an ihre Khukri [=schwere, zur Scheide hin gekrümmte Großmesser, vorwiegend zum Hacken von Seilen, Ästen oder Gliedmaßen verwendet] die Debatte abrupt. Enttäuscht zogen die Händler zum Markt weiter.

    Mit vornehmen Klopfen kündigte sich Jadoo an. Kaum hereingebeten, schritt der ältere, leicht untersetzte Mann bereits auf die beiden zu, wobei sein Gang durch den langen, bunt beblümten Kaftan mehr einem eleganten Gleiten als einem Gehen ähnelte. Der Oroni war in edlen Tüchern gekleidet und trug einen gepflegten grauen Vollbart als Zierde, doch darüber hinaus zeigte er keinerlei Schmuck. Und auch wenn er sein stolzes Kinn hoch erhoben trug, wie man es v.a. von vielen aventurischen Adeligen kannte: Der Rest seines Körpers sprach Geschichten langer, mühsamer Arbeit, in seinen Augen und der ernsten, fast finsteren Miene lag die Resignation eines Menschen, der viel, vielleicht zu viel erlebt hatte.

    "Jadoo!" Umar lächelte und winkte den Diener zu sich heran. Dieser reagierte gehorsam.

    "Das Haus der Heilung...." er wies auf den Ort auf der Karte. "...es wird wieder eröffnet werden. Stell sicher, dass Thorge Olsson...", er zeigte auf seinen Gast, "...Material und Arbeiter zur Verfügung gestellt bekommt, um es bis zum Frühlingsbeginn umzusetzen. Ich lasse dir später die Rahmenbedingungen zukommen. Lass die veranschlagten Kosten von Baldur prüfen und beauftrage Shayriet Dichabal mit der Bauleitung, sie ist mir noch einen Gefallen schuldig."

    Er blickte noch einmal verträumt auf die Karte, als würde er sich bereits das fertige Haus vor Augen vorstellen können.

    "Das Gebäude wird vergrößert werden, lass alle anliegenden Häuser räumen. Gib den Einwohnern 5 Tage. Falls sie von Stand oder Alkhiriyjun [tulamid.= "die Ehemaligen"] sind, vergüte sie ordnungsgemäß."

    Jadoo nickte gehorsam, seine starre Mine ließ keinerlei Ahnung auf das emotionale Befinden zu.

    "Mein Herr Thorge." Der Statthalter wandte sich nun wieder direkt an seinen Gast und lächelte gütig. Jadoo hatte sich bereits unauffällig neben dem Heiler bereitgestellt und schien einen weiteren, unausgesprochenen Auftrag zu antizipieren.

    "Ich bin guter Dinge, dass dieses Unterfangen gewinnbringend werden wird, für die Reichsheilerschaft, für Goldhafen und für Oron. Und wenn dir die Sterne günstig stehen, wirst auch du viel Gutes daraus für dich davontragen. Ich bin gespannt auf das Endergebnis... und guten Mutes, dass du nicht enttäuschen wirst. Viel Erfolg, junger Reichsheiler."

    Damit verabschiedete er sich und entließ Thorge in die Obhut des Dieners, der ihn nach draußen geleitete.

    Umar nahm das Dokument dankend entgegen und überflog eilig den darin enthaltenen Text. "Shokran. [tulamid. = "Dankeschön"]. Ich bin zuversichtlich, dass es unserem schönen Haus an nichts mangeln wird, um auch über seine Funktion hinaus Bekanntheit zu erlangen. Was man von der alten Einrichtung nicht mehr verwenden kann, wird ersetzt werden. Der Austausch mit dem Garnisonslazarett sollte hierbei fruchtbar für dich sein, sie sind aktuell gut ausgestattet. Ich gehe sowieso davon aus, dass die beiden Häuser zukünftig in regelmäßigem Austausch stehen werden, zum Wohle der Stadt. Sprich dazu mit Belima saba Rohal in der Garnison, sie vertritt mich in allen militärischen Fragen."

    Der Gelehrte ließ sich kurz durch ein Geräusch ablenken, dass von der nebenan liegenden Straße ins Haus gedrungen war: Eine Gruppe fliegender Händler, die sich spontan vor einer Herberge aufgebaut hatten, diskutierte aufgeregt mit der Stadtpatrouille, die die Männer ihres Platzes verweisen wollte. Nach längerem, durch mal wilde, mal charmante Gesten befeuerten Gespräch beendete ein entschlossener Griff der Gardisten an ihre Khukri [=schwere, zur Scheide hin gekrümmte Großmesser, vorwiegend zum Hacken von Seilen, Ästen oder Gliedmaßen verwendet] die Debatte abrupt. Enttäuscht zogen die Händler zum Markt weiter.

    Mit vornehmen Klopfen kündigte sich Jadoo an. Kaum hereingebeten, schritt der ältere, leicht untersetzte Mann bereits auf die beiden zu, wobei sein Gang durch den langen, bunt beblümten Kaftan mehr einem eleganten Gleiten als einem Gehen ähnelte. Der Oroni war in edlen Tüchern gekleidet und trug einen gepflegten grauen Vollbart als Zierde, doch darüber hinaus zeigte er keinerlei Schmuck. Und auch wenn er sein stolzes Kinn hoch erhoben trug, wie man es v.a. von vielen aventurischen Adeligen kannte: Der Rest seines Körpers sprach Geschichten langer, mühsamer Arbeit, in seinen Augen und der ernsten, fast finsteren Miene lag die Resignation eines Menschen, der viel, vielleicht zu viel erlebt hatte.

    "Jadoo!" Umar lächelte und winkte den Diener zu sich heran. Dieser reagierte gehorsam.

    "Das Haus der Heilung...." er wies auf den Ort auf der Karte. "...es wird wieder eröffnet werden. Stell sicher, dass Thorge Olsson...", er zeigte auf seinen Gast, "...Material und Arbeiter zur Verfügung gestellt bekommt, um es bis zum Frühlingsbeginn umzusetzen. Ich lasse dir später die Rahmenbedingungen zukommen. Lass die veranschlagten Kosten von Baldur prüfen und beauftrage Shayriet Dichabal mit der Bauleitung, sie ist mir noch einen Gefallen schuldig."

    Er blickte noch einmal verträumt auf die Karte, als würde er sich bereits das fertige Haus vor Augen vorstellen können.

    "Das Gebäude wird vergrößert werden, lass alle anliegenden Häuser räumen. Gib den Einwohnern 5 Tage. Falls sie von Stand oder Alkhiriyjun [tulamid.= "die Ehemaligen"] sind, vergüte sie ordnungsgemäß."

    Jadoo nickte gehorsam, seine starre Mine ließ keinerlei Ahnung auf das emotionale Befinden zu.

    "Mein Herr Thorge." Der Statthalter wandte sich nun wieder direkt an seinen Gast und lächelte gütig. Jadoo hatte sich bereits unauffällig neben dem Heiler bereitgestellt und schien einen weiteren, unausgesprochenen Auftrag zu antizipieren.

    "Ich bin guter Dinge, dass dieses Unterfangen gewinnbringend werden wird, für die Reichsheilerschaft, für Goldhafen und für Oron. Und wenn dir die Sterne günstig stehen, wirst auch du viel Gutes daraus für dich davontragen. Ich bin gespannt auf das Endergebnis... und guten Mutes, dass du nicht enttäuschen wirst. Viel Erfolg, junger Reichsheiler."

    Damit verabschiedete er sich und entließ Thorge in die Obhut des Dieners, der ihn nach draußen geleitete.

    Umar nahm das Dokument dankend entgegen und überflog eilig den darin enthaltenen Text. "Shokran. [tulamid. = "Dankeschön"]. Ich bin zuversichtlich, dass es unserem schönen Haus an nichts mangeln wird, um auch über seine Funktion hinaus Bekanntheit zu erlangen. Was man von der alten Einrichtung nicht mehr verwenden kann, wird ersetzt werden. Der Austausch mit dem Garnisonslazarett sollte hierbei fruchtbar für dich sein, sie sind aktuell gut ausgestattet. Ich gehe sowieso davon aus, dass die beiden Häuser zukünftig in regelmäßigem Austausch stehen werden, zum Wohle der Stadt. Sprich dazu mit Belima saba Rohal in der Garnison, sie vertritt mich in allen militärischen Fragen."

    Der Gelehrte ließ sich kurz durch ein Geräusch ablenken, dass von der nebenan liegenden Straße ins Haus gedrungen war: Eine Gruppe fliegender Händler, die sich spontan vor einer Herberge aufgebaut hatten, diskutierte aufgeregt mit der Stadtpatrouille, die die Männer ihres Platzes verweisen wollte. Nach längerem, durch mal wilde, mal charmante Gesten befeuerten Gespräch beendete ein entschlossener Griff der Gardisten an ihre Khukri [=schwere, zur Scheide hin gekrümmte Großmesser, vorwiegend zum Hacken von Seilen, Ästen oder Gliedmaßen verwendet] die Debatte abrupt. Enttäuscht zogen die Händler zum Markt weiter.

    Mit vornehmen Klopfen kündigte sich Jadoo an. Kaum hereingebeten, schritt der ältere, leicht untersetzte Mann bereits auf die beiden zu, wobei sein Gang durch den langen, bunt beblümten Kaftan mehr einem eleganten Gleiten als einem Gehen ähnelte. Der Oroni war in edlen Tüchern gekleidet und trug einen gepflegten grauen Vollbart als Zierde, doch darüber hinaus zeigte er keinerlei Schmuck. Und auch wenn er sein stolzes Kinn hoch erhoben trug, wie man es v.a. von vielen aventurischen Adeligen kannte: Der Rest seines Körpers sprach Geschichten langer, mühsamer Arbeit, in seinen Augen und der ernsten, fast finsteren Miene lag die Resignation eines Menschen, der viel, vielleicht zu viel erlebt hatte.

    "Jadoo!" Umar lächelte und winkte den Diener zu sich heran. Dieser reagierte gehorsam.

    "Das Haus der Heilung...." er wies auf den Ort auf der Karte. "...es wird wieder eröffnet werden. Stell sicher, dass Thorge Olsson...", er zeigte auf seinen Gast, "...Material und Arbeiter zur Verfügung gestellt bekommt, um es bis zum Frühlingsbeginn umzusetzen. Ich lasse dir später die Rahmenbedingungen zukommen. Lass die veranschlagten Kosten von Baldur prüfen und beauftrage Shayriet Dichabal mit der Bauleitung, sie ist mir noch einen Gefallen schuldig."

    Er blickte noch einmal verträumt auf die Karte, als würde er sich bereits das fertige Haus vor Augen vorstellen können.

    "Das Gebäude wird vergrößert werden, lass alle anliegenden Häuser räumen. Gib den Einwohnern 5 Tage. Falls sie von Stand oder Alkhiriyjun [tulamid.= "die Ehemaligen"] sind, vergüte sie ordnungsgemäß."

    Jadoo nickte gehorsam, seine starre Mine ließ keinerlei Ahnung auf das emotionale Befinden zu.

    "Mein Herr Thorge." Der Statthalter wandte sich nun wieder direkt an seinen Gast und lächelte gütig. Jadoo hatte sich bereits unauffällig neben dem Heiler bereitgestellt und schien einen weiteren, unausgesprochenen Auftrag zu antizipieren.

    "Ich bin guter Dinge, dass dieses Unterfangen gewinnbringend werden wird, für die Reichsheilerschaft, für Goldhafen und für Oron. Und wenn dir die Sterne günstig stehen, wirst auch du viel Gutes daraus für dich davontragen. Ich bin gespannt auf das Endergebnis... und guten Mutes, dass du nicht enttäuschen wirst. Viel Erfolg, junger Reichsheiler."

    Damit verabschiedete er sich und entließ Thorge in die Obhut des Dieners, der ihn nach draußen geleitete.

    "Farina? Lass Jadoo holen." Umar sprach seinen Auftrag mehr in den Raum als zu der Dienerin. Sie war so unscheinbar in den Schatten des Raumes verschwunden, dass es einige Aufmerksamkeit gebraucht hätte, sie sofort ausfindig zu machen. Während die junge Oroni eilig den Saal verließ, musterte er seinen Gast mit einem nachdenklich gewordenen Blick.


    Einerseits beruhigte es ihn, nichts Unerwartetes über seine Stadt berichtet zu bekommen. Mit der Aussage über das Befinden seiner Bürger hatte er gerechnet, fast im Wortlaut des Heilers. Doch da er gelernt hatte, dass auf Mythodea Erwartungen in der Regel enttäuscht wurden, überfiel ihn die Unsicherheit, wie viel Gewicht er diesen Worten beimessen konnte. Ihm schien zu gleichen Teilen Ehrlichkeit wie Schmeichel in Thorges Aussage zu liegen; er war nur unsicher, wo jeweils in den Sätzen verteilt. ...Überraschend diplomatisch für einen Mann, dessen Alltag er vor allem im Handwerk oder am Rande eines Schlachtfeldes wähnte. Möglicherweise würde die Verantwortung, die Thorge mit der jüngst verliehenen Reichsaufgabe aufgetragen worden war, dem jungen Heiler gut zu stehen kommen, ihn zu einem brauchbaren Verbündeten machen... oder aber zu einer Störung. Still fasste Umar den Beschluss, die Karriere des Mannes auch aus persönlichem Interesse weiter im Auge zu behalten. Seine Miene behielt er freundlich.

    "Du beantwortest mehr Fragen, als ich gestellt habe, Thorge Reichsheiler." Mit dem Wisch eines Fingers hielt er einen Tropfen Tee am Randes seines Glases geduldig davon ab, zur Tischkante zu gelangen. "Dass überhaupt in Frage stehen könnte, die Regierung nicht zu akzeptieren, wär mir gar nicht in den Sinn gekommen. Aber es freut mich, dass du mich darüber beruhigen möchtest." Kurz hielt er inne und sah dann seinen Gast direkt an. "Auch ein Beruf wie deiner, auch Männer wie du tragen ihren Teil zu Frieden und Stabilität in einer Stadt bei. Ich bin froh zu sehen, dass Effenda Fuchshain scheinbar jemanden gefunden hat, der sich dieser Verantwortung bewusst ist.

    Was das Haus betrifft...." Wieder stand er abrupt aus seinem Sitz auf, wobei er diesmal mit Körper und Mimik andeutete, dass das Gespräch langsam zu einem Ende kommen und auch Thorge sich erheben dürfe. Vom Marmortisch aus mahnten noch immer die Quartalszahlen, rasch abgearbeitet zu werden. "...haben wir also eine Entscheidung. Bêhi [tulamid.="gut"]." Er klatschte die Hände zusammen, nickte Thorge mit stiller Mine gewährend zu und schritt dann wieder entschlossen zum Kartentisch, dessen Kante er vertrauensvoll mit beiden Händen umfasste.

    "Aber... mehr Stockwerke auf ein altes Gebäude aufzusetzen ist mit viel Aufwand und Zeit verbunden..." Auch wenn seine Stimme entspannt und überlegt klang, der Zusatzwunsch seines Gastes über die drei Optionen hinaus hatte ihn spürbar gereizt. Die ausgesprochenen Gedanken schallten daher nicht weit und freundlich aus seinem Mund hinaus, vielmehr rollten sie wie trockene Trauben über den vor ihm liegenden Tisch. "Es wird ein Haus der Heilung, kein Palas. Und du möchtest doch sicher nicht zu lange warten müssen."

    Er trat einen Ausfallschritt zur Seite, um das Areal auf der großen Karte in anderem Licht zu inspizieren. Seine Stimme wurde wieder milder. "Nichtsdestotrotz: Platz zum Erweitern zu haben ist klug, du wirst ihn also bekommen. Zu den Seiten wird sich das Gebäude vergrößern lassen. Ein paar neue Räume, ein Schlafsaal, vielleicht ein Garten... Aber vielleicht schaust du es dir erst einmal an, bevor du die genauen Ausbauten planst?" Der letzte Satz schnitt geruhsam, aber mit dem gebotenen Unterton durch den Raum.

    "Werden Einrichtung und Unterhalt ebenfalls von mir zu stellen sein oder ist dafür die Reichsheilerschaft verantwortlich?"

    "Farina? Lass Jadoo holen." Umar sprach seinen Auftrag mehr in den Raum als zu der Dienerin. Sie war so unscheinbar in den Schatten des Raumes verschwunden, dass es einige Aufmerksamkeit gebraucht hätte, sie sofort ausfindig zu machen. Während die junge Oroni eilig den Saal verließ, musterte er seinen Gast mit einem nachdenklich gewordenen Blick.


    Einerseits beruhigte es ihn, nichts Unerwartetes über seine Stadt berichtet zu bekommen. Mit der Aussage über das Befinden seiner Bürger hatte er gerechnet, fast im Wortlaut des Heilers. Doch da er gelernt hatte, dass auf Mythodea Erwartungen in der Regel enttäuscht wurden, überfiel ihn die Unsicherheit, wie viel Gewicht er diesen Worten beimessen konnte. Ihm schien zu gleichen Teilen Ehrlichkeit wie Schmeichel in Thorges Aussage zu liegen; er war nur unsicher, wo jeweils in den Sätzen verteilt. ...Überraschend diplomatisch für einen Mann, dessen Alltag er vor allem im Handwerk oder am Rande eines Schlachtfeldes wähnte. Möglicherweise würde die Verantwortung, die Thorge mit der jüngst verliehenen Reichsaufgabe aufgetragen worden war, dem jungen Heiler gut zu stehen kommen, ihn zu einem brauchbaren Verbündeten machen... oder aber zu einer Störung. Still fasste Umar den Beschluss, die Karriere des Mannes auch aus persönlichem Interesse weiter im Auge zu behalten. Seine Miene behielt er freundlich.

    "Du beantwortest mehr Fragen, als ich gestellt habe, Thorge Reichsheiler." Mit dem Wisch eines Fingers hielt er einen Tropfen Tee am Randes seines Glases geduldig davon ab, zur Tischkante zu gelangen. "Dass überhaupt in Frage stehen könnte, die Regierung nicht zu akzeptieren, wär mir gar nicht in den Sinn gekommen. Aber es freut mich, dass du mich darüber beruhigen möchtest." Kurz hielt er inne und sah dann seinen Gast direkt an. "Auch ein Beruf wie deiner, auch Männer wie du tragen ihren Teil zu Frieden und Stabilität in einer Stadt bei. Ich bin froh zu sehen, dass Effenda Fuchshain scheinbar jemanden gefunden hat, der sich dieser Verantwortung bewusst ist.

    Was das Haus betrifft...." Wieder stand er abrupt aus seinem Sitz auf, wobei er diesmal mit Körper und Mimik andeutete, dass das Gespräch langsam zu einem Ende kommen und auch Thorge sich erheben dürfe. Vom Marmortisch aus mahnten noch immer die Quartalszahlen, rasch abgearbeitet zu werden. "...haben wir also eine Entscheidung. Bêhi [tulamid.="gut"]." Er klatschte die Hände zusammen, nickte Thorge mit stiller Mine gewährend zu und schritt dann wieder entschlossen zum Kartentisch, dessen Kante er vertrauensvoll mit beiden Händen umfasste.

    "Aber... mehr Stockwerke auf ein altes Gebäude aufzusetzen ist mit viel Aufwand und Zeit verbunden..." Auch wenn seine Stimme entspannt und überlegt klang, der Zusatzwunsch seines Gastes über die drei Optionen hinaus hatte ihn spürbar gereizt. Die ausgesprochenen Gedanken schallten daher nicht weit und freundlich aus seinem Mund hinaus, vielmehr rollten sie wie trockene Trauben über den vor ihm liegenden Tisch. "Es wird ein Haus der Heilung, kein Palas. Und du möchtest doch sicher nicht zu lange warten müssen."

    Er trat einen Ausfallschritt zur Seite, um das Areal auf der großen Karte in anderem Licht zu inspizieren. Seine Stimme wurde wieder milder. "Nichtsdestotrotz: Platz zum Erweitern zu haben ist klug, du wirst ihn also bekommen. Zu den Seiten wird sich das Gebäude vergrößern lassen. Ein paar neue Räume, ein Schlafsaal, vielleicht ein Garten... Aber vielleicht schaust du es dir erst einmal an, bevor du die genauen Ausbauten planst?" Der letzte Satz schnitt geruhsam, aber mit dem gebotenen Unterton durch den Raum.

    "Werden Einrichtung und Unterhalt ebenfalls von mir zu stellen sein oder ist dafür die Reichsheilerschaft verantwortlich?"

    "Farina? Lass Jadoo holen." Umar sprach seinen Auftrag mehr in den Raum als zu der Dienerin. Sie war so unscheinbar in den Schatten des Raumes verschwunden, dass es einige Aufmerksamkeit gebraucht hätte, sie sofort ausfindig zu machen. Während die junge Oroni eilig den Saal verließ, musterte er seinen Gast mit einem nachdenklich gewordenen Blick.


    Einerseits beruhigte es ihn, nichts Unerwartetes über seine Stadt berichtet zu bekommen. Mit der Aussage über das Befinden seiner Bürger hatte er gerechnet, fast im Wortlaut des Heilers. Doch da er gelernt hatte, dass auf Mythodea Erwartungen in der Regel enttäuscht wurden, überfiel ihn die Unsicherheit, wie viel Gewicht er diesen Worten beimessen konnte. Ihm schien zu gleichen Teilen Ehrlichkeit wie Schmeichel in Thorges Aussage zu liegen; er war nur unsicher, wo jeweils in den Sätzen verteilt. ...Überraschend diplomatisch für einen Mann, dessen Alltag er vor allem im Handwerk oder am Rande eines Schlachtfeldes wähnte. Möglicherweise würde die Verantwortung, die Thorge mit der jüngst verliehenen Reichsaufgabe aufgetragen worden war, dem jungen Heiler gut zu stehen kommen, ihn zu einem brauchbaren Verbündeten machen... oder aber zu einer Störung. Still fasste Umar den Beschluss, die Karriere des Mannes auch aus persönlichem Interesse weiter im Auge zu behalten. Seine Miene behielt er freundlich.

    "Du beantwortest mehr Fragen, als ich gestellt habe, Thorge Reichsheiler." Mit dem Wisch eines Fingers hielt er einen Tropfen Tee am Randes seines Glases geduldig davon ab, zur Tischkante zu gelangen. "Dass überhaupt in Frage stehen könnte, die Regierung nicht zu akzeptieren, wär mir gar nicht in den Sinn gekommen. Aber es freut mich, dass du mich darüber beruhigen möchtest." Kurz hielt er inne und sah dann seinen Gast direkt an. "Auch ein Beruf wie deiner, auch Männer wie du tragen ihren Teil zu Frieden und Stabilität in einer Stadt bei. Ich bin froh zu sehen, dass Effenda Fuchshain scheinbar jemanden gefunden hat, der sich dieser Verantwortung bewusst ist.

    Was das Haus betrifft...." Wieder stand er abrupt aus seinem Sitz auf, wobei er diesmal mit Körper und Mimik andeutete, dass das Gespräch langsam zu einem Ende kommen und auch Thorge sich erheben dürfe. Vom Marmortisch aus mahnten noch immer die Quartalszahlen, rasch abgearbeitet zu werden. "...haben wir also eine Entscheidung. Bêhi [tulamid.="gut"]." Er klatschte die Hände zusammen, nickte Thorge mit stiller Mine gewährend zu und schritt dann wieder entschlossen zum Kartentisch, dessen Kante er vertrauensvoll mit beiden Händen umfasste.

    "Aber... mehr Stockwerke auf ein altes Gebäude aufzusetzen ist mit viel Aufwand und Zeit verbunden..." Auch wenn seine Stimme entspannt und überlegt klang, der Zusatzwunsch seines Gastes über die drei Optionen hinaus hatte ihn spürbar gereizt. Die ausgesprochenen Gedanken schallten daher nicht weit und freundlich aus seinem Mund hinaus, vielmehr rollten sie wie trockene Trauben über den vor ihm liegenden Tisch. "Es wird ein Haus der Heilung, kein Palas. Und du möchtest doch sicher nicht zu lange warten müssen."

    Er trat einen Ausfallschritt zur Seite, um das Areal auf der großen Karte in anderem Licht zu inspizieren. Seine Stimme wurde wieder milder. "Nichtsdestotrotz: Platz zum Erweitern zu haben ist klug, du wirst ihn also bekommen. Zu den Seiten wird sich das Gebäude vergrößern lassen. Ein paar neue Räume, ein Schlafsaal, vielleicht ein Garten... Aber vielleicht schaust du es dir erst einmal an, bevor du die genauen Ausbauten planst?" Der letzte Satz schnitt geruhsam, aber mit dem gebotenen Unterton durch den Raum.

    "Werden Einrichtung und Unterhalt ebenfalls von mir zu stellen sein oder ist dafür die Reichsheilerschaft verantwortlich?"

    Als ihm der Tee serviert wurde und noch während Thorge sprach, umfasste der Statthalter sein Glas mit beiden, schwer beringten Händen und genoss die Wärme, die durch das Gefäß in schwach pulsierenden Wellen in seinen Körper drang. Wieder wollte sein Geist zu anderen Gedanken abschweifen, zu den schwelend drängenden Fragen und Vorgängen, die sich nur wenige, verborgen gelegene Meter unter eben jenem Raum, in dem er gerade mit einem seiner Untertanen ein Getränk genoss, ereigneten. Ob wohl alles ohne Komplikationen verlaufen würde? Ob alle den Prozess ohne Schäden überstehen würden? Wie weit die Konsequenzen der Prozedur -positiv wie negativ- tragen könnten? Doch die Pflicht des Amtes drängte seine aeriserfüllten, flüchtigen Gedanken beiseite und zwang ihn zurück in die situative Unmittelbarkeit des Raumes, zu den nordländischen Augen, die ihn erwartungsvoll anblickten.

    Er staunte über seinen Gast, gleichsam über dessen elaborierte Ausführungen eines zweifellos schon lange erdachten Vorhabens wie über die Unverzagtheit, mit der der junge Heiler diese vor ihm vorgetragen hatte. Er bedachte seine Worte mit einem schweigenden, leicht angedeuteten Nicken und gönnte ihnen einen tiefen, ruhigen Atemzug, um im Raume nachzuhallen. Stille, wenn auch nur für ein paar Augenblicke, legte sich wie eine Daunendecke über den Raum, umhüllte Gedanken, Worte, Ambitionen und Mobiliar. Nur schwach drang von außen eine Ahnung vom Alltagslärm der Stadt herein.

    "Dein Vorschlag ist zur Kenntnis genommen." Umar trank den ersten Schluck seines Cay und begrüßte die Melange aus scharfen Gewürzen, die seine Zunge, den Gaumen und die Kehle umspielten. Wieder dauerte es einige Augenblicke, bevor er weitersprach, wobei er das Glas abstellte und sich mit einem stützenden Griff auf seine Oberschenkel aufrichtete, seinem Gast jedoch mit einer Geste andeutete, sitzen zu bleiben.

    "Goldhafen würde die Niederlassung der Reichsheilerschaft zweifellos zu schätzen wissen..." Er schritt auf den Kartentisch in der Mitte des Raumes zu. Farima hatte sich wieder ebenso unauffällig in die Schatten zurückgezogen, wie sie ursprünglich an die beiden herangetreten war. Aufmerksam wartete sie im Hintergrund auf eine Order. Umar war zufrieden mit dem derzeitigen Zustand seiner Dienerschaft. "...vor allem jetzt, wo der Mutterstrom von Süden wie von Norden Verletzte in die Stadt spült.

    Es wird dich also sicher freuen zu hören. dass ihre geliebte Erhabenheit und Schönheit, Rose des Wüstengartens, flammende Stimme der Einen und Einzigen, die Beyrouni Nahema saba El'Sulef saba Beychaliban ey Elburum eben so beschlossen hat: Die Niederlassung der Reichsheiler geht nach Goldhafen." Der Gelehrte widmete der Reaktion seines Gastes nur aus den Augenwinkeln Aufmerksamkeit, während seine Finger bereits über die Stadtkarte vor ihm glitten.

    "Ich ...kann die Mittel zur Verfügung stellen, ein geeignetes Gebäude einzurichten..." murmelte er, konzentriert kalkulierend. "...Genügend Lehm, Holz und Stein, zwanzig Männer und Frauen für den Bau. Was aber die Platzierung in der Nordstadt betrifft:..." Sein Blick wanderte über die Karte zu dem angesprochen Teil der Stadt. Hochschule, Ratsgebäude, Garnison und Marktgelände gesellten sich dort zu den Wohnhäusern überwiegend gut betuchter Stadtbürger und Amtsträger. "Gute Erreichbarkeit wünschen sich viele... Die nahe Garnison hat bereits ein Lazarett für unsere Soldaten, auch wenn..." Er nahm seinen Gast mit einem angedeutetem Schmunzeln in einen prüfenden Blick. "...auch wenn ein Gebäude der Reichsheiler sicher Heilmethoden anderer Güte bringt." Wieder versank er in nachdenkliches Schweigen, um schließlich mit einem kraftvollen Fingertippen auf der Karte seine Überlegungen zu beenden. "Aber gut."

    Er rückte den Kragen seines Sherwani zurecht und nahm wieder in der Sitzecke bei Thorge Platz.

    Wieder nippte er einen Schluck seines Tees und beugte sich dann, mit gefalteten Händen und auf gespreizten Oberschenkeln abgelegten Ellenbogen zu seinem Gesprächspartner nach vorne.

    "An dem von dir erwünschten Ort kann sich ein Platz schaffen lassen, sai. Ein modernes Gebäude nach deinen Vorstellungen. Ich werde dir eine Baumeisterin zur Seite stellen, die deine Anforderungen in die Tat umsetzen kann. Alternativ kann auch eines der alten Kontorlager am Hafen umgebaut werden, nicht allzuweit vom Hafentor. Es ist etwas in die Jahre gekommen, aber dafür bietet die Halle Zugang zum Fluss und reichlich Platz, falls die Reichsheilerschaft .... expandieren möchte."

    "Allerdings..." er nahm seinen Gast wieder in einen prüfenden Blick. "...hattet ihr von der Reichsheilerschaft doch bis vor einigen Jahren bereits eine Niederlassung hier, damals, als Münzqell noch regierte." Der Versuch, die Bemerkung beiläufig klingen zu lassen, wurde dadurch sabotiert, dass sich beim letzten Halbsatz eine Emotion (Groll? Wehmut? Misstrauen? Nostalgie?) schwach und nur mit scharfen Sinnen wahrnehmbar in seine Stimme geschlichen hatte. "Als Münzqell abzog, hat man das Gebäude aufgegeben, mittlerweile ist es anderer Verwendung übergeben worden. Aber es wird sicher leicht wieder in deine Hände überführt werden können. Das Haus liegt in der Nordstadt, nahe dem alten Stadtkern."

    Bevor Farina hätte reagieren können, hatte Umar bereits die Kanne ergriffen und sich einen Schluck des würzigen Cays nachgegossen.

    "Du wirst am besten wissen, welcher dieser Orte sich für dich besser eignet, Thorge Olsson. Wofür entscheidest du dich also?"

    Wieder nahm er einen Schluck des Tees, der durchs Ruhen in der Kanne an Stärke zugenommen hatte und lehnte sich zurück, die Antwort des jungen Heilers erwartend.

    "Sag mir, wie hast du die Patienten wahrgenommen, die in jüngster Zeit zu dir kommen? Welche Gedanken teilen sie mit dir?"

    Als ihm der Tee serviert wurde und noch während Thorge sprach, umfasste der Statthalter sein Glas mit beiden, schwer beringten Händen und genoss die Wärme, die durch das Gefäß in schwach pulsierenden Wellen in seinen Körper drang. Wieder wollte sein Geist zu anderen Gedanken abschweifen, zu den schwelend drängenden Fragen und Vorgängen, die sich nur wenige, verborgen gelegene Meter unter eben jenem Raum, in dem er gerade mit einem seiner Untertanen ein Getränk genoss, ereigneten. Ob wohl alles ohne Komplikationen verlaufen würde? Ob alle den Prozess ohne Schäden überstehen würden? Wie weit die Konsequenzen der Prozedur -positiv wie negativ- tragen könnten? Doch die Pflicht des Amtes drängte seine aeriserfüllten, flüchtigen Gedanken beiseite und zwang ihn zurück in die situative Unmittelbarkeit des Raumes, zu den nordländischen Augen, die ihn erwartungsvoll anblickten.

    Er staunte über seinen Gast, gleichsam über dessen elaborierte Ausführungen eines zweifellos schon lange erdachten Vorhabens wie über die Unverzagtheit, mit der der junge Heiler diese vor ihm vorgetragen hatte. Er bedachte seine Worte mit einem schweigenden, leicht angedeuteten Nicken und gönnte ihnen einen tiefen, ruhigen Atemzug, um im Raume nachzuhallen. Stille, wenn auch nur für ein paar Augenblicke, legte sich wie eine Daunendecke über den Raum, umhüllte Gedanken, Worte, Ambitionen und Mobiliar. Nur schwach drang von außen eine Ahnung vom Alltagslärm der Stadt herein.

    "Dein Vorschlag ist zur Kenntnis genommen." Umar trank den ersten Schluck seines Cay und begrüßte die Melange aus scharfen Gewürzen, die seine Zunge, den Gaumen und die Kehle umspielten. Wieder dauerte es einige Augenblicke, bevor er weitersprach, wobei er das Glas abstellte und sich mit einem stützenden Griff auf seine Oberschenkel aufrichtete, seinem Gast jedoch mit einer Geste andeutete, sitzen zu bleiben.

    "Goldhafen würde die Niederlassung der Reichsheilerschaft zweifellos zu schätzen wissen..." Er schritt auf den Kartentisch in der Mitte des Raumes zu. Farima hatte sich wieder ebenso unauffällig in die Schatten zurückgezogen, wie sie ursprünglich an die beiden herangetreten war. Aufmerksam wartete sie im Hintergrund auf eine Order. Umar war zufrieden mit dem derzeitigen Zustand seiner Dienerschaft. "...vor allem jetzt, wo der Mutterstrom von Süden wie von Norden Verletzte in die Stadt spült.

    Es wird dich also sicher freuen zu hören. dass ihre geliebte Erhabenheit und Schönheit, Rose des Wüstengartens, flammende Stimme der Einen und Einzigen, die Beyrouni Nahema saba El'Sulef saba Beychaliban ey Elburum eben so beschlossen hat: Die Niederlassung der Reichsheiler geht nach Goldhafen." Der Gelehrte widmete der Reaktion seines Gastes nur aus den Augenwinkeln Aufmerksamkeit, während seine Finger bereits über die Stadtkarte vor ihm glitten.

    "Ich ...kann die Mittel zur Verfügung stellen, ein geeignetes Gebäude einzurichten..." murmelte er, konzentriert kalkulierend. "...Genügend Lehm, Holz und Stein, zwanzig Männer und Frauen für den Bau. Was aber die Platzierung in der Nordstadt betrifft:..." Sein Blick wanderte über die Karte zu dem angesprochen Teil der Stadt. Hochschule, Ratsgebäude, Garnison und Marktgelände gesellten sich dort zu den Wohnhäusern überwiegend gut betuchter Stadtbürger und Amtsträger. "Gute Erreichbarkeit wünschen sich viele... Die nahe Garnison hat bereits ein Lazarett für unsere Soldaten, auch wenn..." Er nahm seinen Gast mit einem angedeutetem Schmunzeln in einen prüfenden Blick. "...auch wenn ein Gebäude der Reichsheiler sicher Heilmethoden anderer Güte bringt." Wieder versank er in nachdenkliches Schweigen, um schließlich mit einem kraftvollen Fingertippen auf der Karte seine Überlegungen zu beenden. "Aber gut."

    Er rückte den Kragen seines Sherwani zurecht und nahm wieder in der Sitzecke bei Thorge Platz.

    Wieder nippte er einen Schluck seines Tees und beugte sich dann, mit gefalteten Händen und auf gespreizten Oberschenkeln abgelegten Ellenbogen zu seinem Gesprächspartner nach vorne.

    "An dem von dir erwünschten Ort kann sich ein Platz schaffen lassen, sai. Ein modernes Gebäude nach deinen Vorstellungen. Ich werde dir eine Baumeisterin zur Seite stellen, die deine Anforderungen in die Tat umsetzen kann. Alternativ kann auch eines der alten Kontorlager am Hafen umgebaut werden, nicht allzuweit vom Hafentor. Es ist etwas in die Jahre gekommen, aber dafür bietet die Halle Zugang zum Fluss und reichlich Platz, falls die Reichsheilerschaft .... expandieren möchte."

    "Allerdings..." er nahm seinen Gast wieder in einen prüfenden Blick. "...hattet ihr von der Reichsheilerschaft doch bis vor einigen Jahren bereits eine Niederlassung hier, damals, als Münzqell noch regierte." Der Versuch, die Bemerkung beiläufig klingen zu lassen, wurde dadurch sabotiert, dass sich beim letzten Halbsatz eine Emotion (Groll? Wehmut? Misstrauen? Nostalgie?) schwach und nur mit scharfen Sinnen wahrnehmbar in seine Stimme geschlichen hatte. "Als Münzqell abzog, hat man das Gebäude aufgegeben, mittlerweile ist es anderer Verwendung übergeben worden. Aber es wird sicher leicht wieder in deine Hände überführt werden können. Das Haus liegt in der Nordstadt, nahe dem alten Stadtkern."

    Bevor Farina hätte reagieren können, hatte Umar bereits die Kanne ergriffen und sich einen Schluck des würzigen Cays nachgegossen.

    "Du wirst am besten wissen, welcher dieser Orte sich für dich besser eignet, Thorge Olsson. Wofür entscheidest du dich also?"

    Wieder nahm er einen Schluck des Tees, der durchs Ruhen in der Kanne an Stärke zugenommen hatte und lehnte sich zurück, die Antwort des jungen Heilers erwartend.

    "Sag mir, wie hast du die Patienten wahrgenommen, die in jüngster Zeit zu dir kommen? Welche Gedanken teilen sie mit dir?"